Am 3.10. sollte eine BDC-Stafftour mit der Spirit stattfinden. Der Termin war lange im Voraus gebucht und ich erinnerte mich mit Freuden an unsere Tour vom 1. Oktober 2011... Island... Sten Trans...
Nun gut, das Wetter im Oktober war ja bisher alles andere als goldig aber gut, Stafftour heißt ja, dass da nur Leute mitkommen, die auch schon ein wenig tauchen können, also was solls.
Der Plan: Unter Land bis nach Schleimünde brettern und dann in Ruhe raus ums Sperrgebiet zur Svendborgsund.
Gegen 10.45 Uhr war alles verladen und im Landschutz verholten wir uns mit 27-30 Knoten recht fix nach Schleimünde. Unterwegs hatten wir einigen Spaß mit einer Kiel Classic, die sich mit der (vollbeladenen) Spirit bei 27 Knoten doch recht gut messen konnte. Ich finde die DInger ja toll. Also wenn ein Motorboot (und kein RIB), dann wär sowas nochmal was.
Nachdem er endlich in unserem Kielwasser durchgegangen war, mussten wir auch schon seewärts abbiegen. Mag ja sein, dass er sich etwas veräppelt vorkam aber raus auf die Ostsee ging es dann nur noch mit ca. 10 Knoten. Die Wellen erreichten schnell 1,5 Meter, Einzelstücke mögen auch noch etwas ausgeprägter gewesen sein. Die kurze steile See zeigte uns jedenfalls sehr schnell, warum RIBs SPORTboote sind. Das Wasser lief im schwer beladenen Moot mehrfach vorne herein und hinten wieder heraus, doch das kennen wir inzwischen ja.
Gegen 20 vor zwölf hatten wir die Svendborgsund erreicht. Markierung mit der Boje, da Wind zu stark zum ankern und ich mich weigere, das Boot am Wrack festmachen zu lassen. Kurze Einweisung zum tauchen von der Spirit, unseren Marken für die "shared line", Anker freilegen, der Wiederaufnahme, etc. (die Nummer mit dem Auftauchen am Ankerseil habe ich vergessen), Tauchzeit und ab gings.
Ich wartete unterdessen die erste Regenböe des Tages ab und testete aus, wie sich das Boot in der Welle verhält, wenn man es wehrlos mit abgeschalteter Maschine treiben lässt. Ging gut, sie liegt eben auf dem Wasser wie ein Brett.
Vor der Zeit hatte ich alle Taucher wieder, denn wie sich herausstellte, war die Sicht hervorragend und zwar genau bis 21 Meter. Danach befand sich noch die Suppe mit Sichtweiten von geschätzten 30cm.
Es wurde kurzer Kriegsrat gehalten und beschlossen, ein Wrack zu finden, das flacher als eben diese 21m zu liegen hätte. Also: R222.
In der Oberflächenpause zuckelten wir mit Standgas eingekuppelt mit dem Wind nordwärts und waren dann nach einer guten Stunde wieder tauchbereit an R222.
Während die nächste Regenböe über mich hinwegzog, hatte das BDC offensichtlich den besseren, total entspannten Tauchgang am Trümmerfeld des Räumbootes. Auch wenn der Bayer nachher etwas von 1-2m Sicht sagte, so erwähnten Yorck und Yvonne doch eher Zahlen von 7 oder 8 Metern. Mag am Tauchpartner des Bayern gelegen haben.
Gegen 16 Uhr hatte ich die Bande wieder im Boot und es ging in Richtung Oehe wieder unter Land. Vor Kronsgard stolperten wir dann noch über eine äußerst auffällige Bodenformation, die mittels Sidescan überprüft wurde. Leider nicht das Wrack mit dem Bernsteinzimmer an Bord, sondern eine weitere von den natürlichen, aber sehr auffälligen Steinformationen in meinem Heimatrevier. Auf 10m gelegen mit Klötzchen von2-3m Höhe und einem 2m tiefen Abhang auf der Nordseite. Vielleicht eine große Mergelkante? Wer weiss, ob wir uns irgendwann mal aufraffen und das aus der Nähe angucken. An diesem Tag war jedenfalls keine Motivation mehr da.
Gegen 17 Uhr liefen wir dann in Begleitung eines perfekten Regenbogens in Gelting Mole ein.
Ich möchte mich noch bei der Truppe bedanken. Es hat viel Spaß gemacht, herauszufinden, was man mit Tauchern so alles veranstalten kann, die ein wenig Routine haben. Man könnte meinen, Ihr solltet Fördeschlosser werden...
Tim
PS: Eine Stunde später ging es dann mit der Füerschipp noch einmal raus zu einer Suchübung im dunkeln. Wir wurden von einem blutroten Mond und stahlblauem Meeresleuchten begrüßt. Sehr geil!
Und noch son paar Bilds:





















