Olli und ich trafen uns heute um High Noon in Quellental, um das ehemalige Habitat aufzusuchen.
Beim Abtauchen zeigten sich die schon allerorten beschriebenen Verwüstungen durch Sauerstoffmangel und Blaualgen.
Außer zwei prahlerischen Krabben, einem Plattfisch und ein paar Grundeln hat hier offenbar kaum etwas an höherem Leben überlebt.
Selbst die Wattwürmer gaben vor Tauer nurmehr schwarze Würstchen von sich. Unterhalb von etwa 6 m ist die ansonsten indifferente Schlammoberfläche dick mit Blaualgen- und Kieselalgendetritus wie von schwarzbraunem Lavagrus bedeckt. Also alles auf den ersten Blick tot und trostlos. Aber wie so oft, ist die Welt ganz anders, wenn man genauer hinsieht.
Zunächst zum Habitat: Dieses ist mittlerweile mit dem östlichen Rand zum Boden hingekippt. Das Loch im Dach nimmt fast den ganzen östlichen und oberen Teil ein. Den Einkaufswagen haben wir nicht gefunden.
Nun die guten Nachrichten:
1) Das Habitat und einige Bodenerhebungen waren mit auffällig zahlreichen, großen und vitalen Seescheiden bewachsen.
2) Die langen Blaualgenfäden sind hier zwar noch streckenweise sichtbar, im Großen und Ganzen aber schon desintegriert und in Ausflösung begriffen.
3) Zahlreichen Fischbrut-Populationen scheint die Blaualgen- und Diatomeenseuche nichts ausgemacht zu haben, denn hier wimmelte es erfreulich munter.
4) Die noch vor einer Woche zwischen den Blaualgenfäden als dicke erstickende Trübung anzutreffenden Diatomeen sind paktisch weg und statt dessen zittert sich endlich und bereits deutlich erkennbar der Zooplankton seinen Weg frei. (Das sind halt einige der klitzekleinen Details, die man nur im übergrellen Fokus einer TillyTec S-2000 LED sieht.)
5) Die Sicht war oben zwar mit 0,5 m nicht so prall, aber bereits in 10 m erweiterte sie sich auf gute 3 m. Sowas habe ich in den letzten Wochen nie erlebt.
Dafür, daß wir uns wegen der bisherigen Andeutungen zum Thema Sicht und marinem Tod fast den Weg sparen wollten, war es ein ausgesprochen erfreulicher und schöner Tauchgang. Da schmeckte das Dekobier gleich nochmal so gut.
Das Geisterhaus in Quellental
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Tim@BlueSpirit.de
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Re: Das Geisterhaus in Quellental
Na dann lasst uns doch mal vom Ufer reinspringen. Nach draussen muss ich die naechsten ein bis zwei Wochen nicht mehr.
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Submatx
Re: Das Geisterhaus in Quellental
Ich dachte, Diatomeen seien Zooplankton? Bzw. Zoobenthos. Normalerweise sind sie ein Anzeiger für unbelastes sauberes Wasser. Im Strandbereich sind sie allerdings öfter "kaputt", etwas offshore sehr lebendig und interessant unterm Bino zu betrachten (jeder frisst jeden, usw.)
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olli
Re: Das Geisterhaus in Quellental
Moin,
Prima Rainer, mit dem Bericht hast Du ja alles wiedergegeben, was man zum Tauchgang sagen kann
War einfach mal wieder schön
Gruss Olli
Prima Rainer, mit dem Bericht hast Du ja alles wiedergegeben, was man zum Tauchgang sagen kann
War einfach mal wieder schön
Gruss Olli
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Rocco
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Re: Das Geisterhaus in Quellental
Hallo,
danke für den Bericht, schön mal einen aktuellen Stand zu bestimmten Tauchplätzen zu bekommen.
An den Tauchplätzen außerhalb der Förde sind die Sichtweiten im 10m Bereich schon wieder ganz gut.
Viele Grüsse Rocco!
danke für den Bericht, schön mal einen aktuellen Stand zu bestimmten Tauchplätzen zu bekommen.
An den Tauchplätzen außerhalb der Förde sind die Sichtweiten im 10m Bereich schon wieder ganz gut.
Viele Grüsse Rocco!
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lillbaztard
Re: Das Geisterhaus in Quellental
Ich bin ja leider erst einmal dagewesen; kann mir mal jemand sagen, was das früher mal war?
Aus reiner Neugierde...
Aus reiner Neugierde...
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Submatx
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tauchsieder
Re: Das Geisterhaus in Quellental
Nein, Diatomeen oder Kieselagen gehören nicht zum Zooplankton. Sie sind nahe Verwandte der Braunalgen.Submatx hat geschrieben:Ich dachte, Diatomeen seien Zooplankton? ... Normalerweise sind sie ein Anzeiger für unbelastes sauberes Wasser ...
Bei ihnen überdeckt ein brauner Farbstoff den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll.
In der Tat können einige Kieselalgen Indikatoren für saubere Gewässer sein.
Andere Kielselalgen wiederum sind Indikatoren für genau das Gegenteil, nämlich eintragreiche oder umgekippte Gewässer.
Bei den hier vorkommenden Arten scheint es sich um letztere zu handeln.
Gruß: Rainer
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tauchsieder
Re: Das Geisterhaus in Quellental
Möglich. Ich kenne eine andere Variante, in der ein naher Tauchverein (welcher?) das Ding aufgestellt hat.Submatx hat geschrieben:Ein Unterwasserhaus, wimre der Unterwasserstation Helgoland.
Sieht mir auch eher so aus. Es handelt sich um die Hälfte einer in der Mitte längs durchgesägten Röhre. Dieses unten offene Teil war mit der Rundung nach oben auf Pfosten aufgestellt. Grundfläche max 1,5 m Breite und max 2 m Länge. Sollte das Ding tatsächlich ein Habitat gewesen sein, dann dürfte es höchstens zum Habitat-Spielen angelegt worden sein. Denn als Dekompressions-Habitat - von Form und Größe die einzig vorstellbare Verwendungsart - scheint es mir in der Flensburger Förde völlig fehl am Platz.
Am wahrscheinlichsten erscheint mir aber die Variante, dass es ursprünglich etwas völlig anderes gewesen ist, das nach dem Ende seines Lebenszyklus hier einfach zum Nutz und Frommen der Taucher versenkt wurde.
Aber mehr als spekulieren kann ich hier auch nicht.
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Divefreak
Re: Das Geisterhaus in Quellental
Ist das Ding nicht an die abgesoffene Untiefentonne rangebaut worden?tauchsieder hat geschrieben: Aber mehr als spekulieren kann ich hier auch nicht.