So, es ist kaum zu glauben aber das Jahr 2011 geht nun doch deutlich seinem Ende entgegen. Also schreib ich doch noch einmal etwas dazu, nachdem ich vor einigen Tagen schonmal den Berichtesammler auf Vordermann gebracht habe.
Also kurz in mich selbst geguckt – es war ein wirklich schwieriges Jahr. Zu viel zu tun, zu viele Projekte, zu wenig Zeit für die Familie und das tauchen. Aber von vorne:
Für mich fing das Schlosserjahr eigentlich – wie im Jahr zuvor auch – bei Roccos Pier an. An einem bitterkalten Wintertag trafen sich Rainer, Pudding, Rocco und ich zum Trümmer- und Piertauchen in Eckernförde. Nur nach dem Gedächtnis, habe nicht im Logbuch nachgeschaut, wer wirklich dabei war.
Dann hat es mich erstmal komplett zerlegt, drei Wochen mit vereiterten Bronchien flach gelegen und dann musste ich mich auch noch – viel zu früh – von meiner geliebten Hündin Emma verabschieden. Da war das Jahr für mich eigentlich schon unten durch!
Als nächstes blieb mir Roccos Bericht vom Walchensee im Hinterkopf, wo ich mich an die immerfort geduldig wartende Hilfsbesatzung erinnere, dieses mal im Tretboot.
Dann das erste große Event – Muscheltauchen. Dieses mal ohne zugefrorenen Sund mit der Möglichkeit, zunächst das Dockwrack zu begutachten und die Muscheln auf dem Rückweg einfach mitzunehmen. Etwas weniger Abenteuer als unterm Eis in 2010 aber trotzdem auch ein toller Tauchgang – mein erster mit der Seenelke, wenn ich mich recht erinnere. Auf weitere Tauchaktivitäten verzichtete ich für meinen Teil dann und lag dieses mal wohl richtig, denn ich habe mir somit auch nicht den Kopf am Pfeiler der Brücke in Egernsund stoßen können bei der tollen Sicht.
Stattdessen bereitete der Küchenchef mit tatkräftiger Hilfe der nichttauchenden Fraktion ein ganz hervorragendes Abendessen zu. Auch wenn die frischen Brötchen am nchsten Morgen einer Kommunikationspanne zum Opfer fielen – ein tolles Wochenende, ich freue mich schon auf das nächste!!!
Weiter ging es Richtung Saisoneröffnung. Ich versuchte verzweifelt, an ein Auto zu kommen, um die Spirit aus Osnabrück zu holen, während Rocco mit einer Abordnung nach Skagen fuhr und dort nette Leute, tolle Wracks und viel Spaß vorfand. Die Verbindung zu Skagen war auf jeden Fall geknüpft.
Ich verschwand in etwa gleichzeitig unter dem Rumpf der Spirit, um Antifouling zu streichen und alles saisonklar zu bekommen. Es war mittlerweile April. Diverse Taucher kamen mich kurz besuchen, der Püttscher war da, der Tommy war da (glaube ich), Rocco und Jörn schauten vorbei, um in Ruhe die Tauchsaison ohne mich zu eröffnen, sich dafür aber von mir beim Slippen helfen zu lassen. Etwa eine Woche später war es dann aber auch für mich so weit – neues Boot ins Wasser und auf Jungfernfahrt. Man musste sich langsam herantasten, daher erstmal eine Tour über S103 zur Tjalk Flashöft und zurück. Gleich bei der ersten Tour zeigte sich die Schwachstelle der Starterbatterie, die uns übers Jahr noch des öfteren beglücken sollte.
Mitte Mai kam dann das traditionelle Buchttauchen. Die Truppe war dieses mal etwas kleiner als im Jahr zuvor, mag auch am nicht optimalen Wetterbericht gelegen haben, wir haben unsere Tauchgänge aber ziemlich problemfrei durchbekommen. Trotz einem gewissen Ostwind. Schade war nur, dass wir nicht so schön auf der Terrasse grillen und klönen konnten, da der Ostwind uns von da vertrieb. Naja, bei einem freistehenden Haus gibt es immer eine Leeseite und so saßen wird dieses mal eben im Vorgarten und ließen uns von den Touristen begutachten.
Zudem kam Ferdy uns aus dem tiefen Osten besuchen. Ich denke, wir hatten alle unseren Spaß!
Nun schritt das Jahr routiniert wie immer fort. Ich erinnere mich mit einigem Grausen an die Schilderung von Nitros Höhlentauchausbildung auf Sardinien – wenn man drauf steht...
Dann natürlich zwei besondere Touren mit der Spirit, einmal in die Richtung von Damp zur Svendborgsund, Tjalk Schönhagen und R222 und einmal eine Feierabendtour, die wir nahe der Mittsommernacht nicht nur von einem Tauchgang an der Tjalk Falshöft auf zwei Tauchgänge (noch Peter Marie hinten dran), sondern auch noch um einen kurzen Grillabend mit Seglern am Fiskersand erweiterten.
Weiter erinnere ich mich an ein Wracktauchwochenende mit Dieter von Mommark, wo wir eigentlich hin wollten, dann aber n der Fri landeten, an den Besuch von Tina, Sam und Philip beim Skawdyk, Steffi, Rocco und Onkel Jörn auf Fehmarn – naja und so viele andere Tauchaktivitäten...
Und dann war es schon mitte Juli. Wir hatten eine Feierabendtour zur Sophie, morgens war noch Sturm gewesen und unter Wasser war die Sicht bescheiden und ein ziemlicher Wind. Es war die erste Tour mit Neil. Wir waren dann noch bei der Klit, wo die Sicht noch schlechter war. Gegen 2330 verabschiedeten wir uns auf dem Parkplatz in Gelting Mole und Heinz erzählte mir noch vom Projekt Arendsee.
Eine Woche später trafen wir uns dann nicht mehr zur normalen Feierabendtour, sondern mussten einen guten Freund verabschieden. Na ich glaube, es hätte ihm gefallen. Auf der Trauerfeier traf sich dann die ganze norddeutsche Taucherszene, um Heinz die letzte Ehre zu erweisen.
Am selben Tag kam ein weiterer Taucher bei einem Tauchunfall an der Sten Trans ums Leben. Auch diese Gruppe hatten wir bei der Feierabendtour noch gesehen und kurz mit ihnen geschnackt. Welch ein bitterer Zufall!
Für mich war danach trotz Hochsaison erstmal Sendepause. Das Tauchen hatte für einige Zeit seinen Reiz verloren.
Währenddessen ging das Leben natürlich andernorts weiter. Ständig gab es Tauchgänge im Kieler Raum, oft zusammen mit der Tauchguerilla, Rocco ging an die Nordsee und es ging irgendwie dann eben doch auf die sogenannte Wracksafari zu.
Wir wollten uns Ende August auf dem Campingplatz Vindeby Öre bei Svendborg treffen, um die vier Schnellboote und alles was so auf dem Weg herumlag zu betauchen. Auch hier schlug das Jahr wieder mal gnadenlos zu. West 6-7 war für die Überführung angesagt. Viele Kleinboote hatten abgesagt und Tommy, Neil und ich fuhren mit der Spirit am Freitagnachmittag gen Sonderburg. Es war eine etwas spezielle Tour, auf der wir unterwegs Ute in Mommark einsammelten und dann noch ein kleines Wrack bei Dyreborg – „Prinsen“ – betauchten. Sobald wir aber von Pudding in den Hütten empfangen wurden und das Essen auf der Veranda brutzelte war alles vergessen. Ein weiteres schönes Wochenende mit Flachwasserwracks und tatsächlich meinen ersten Tauchgängen seit dem Abend an der Sophie.
Ich stellte fest, das Blut aus der Nase ganz übel von innen an der Maske kleben kann und man manschmal ganz schön für einen sauberen Durchblick unter Wasser schrubben muss. Egal, war auch ein tolles Event!
Das Jahr lief nun wieder seinen halbwegs geregelten Gang. Tauchen hier, da, dort, Nitro brachte noch seinen Full Cave zu Ende, Zille und einige Kollegen vergnügten sich noch ein Wochenende am Fehmarnbelt, und dann hielt dieses Jahr noch eine weitere Überraschung für Pudding und mich bereit.
Im September tauchten wir mit Ute und Christoph an der Inger Klit und fanden ein unterseeisches Leichenhaus vor. Die Tiefenbereiche der Flensburger Förde waren – ich nehme an in Folge der Extremen Regenfälle Anfang September – nach einer sehr starken Algenblüte sauerstoffarm und quasi tot. Schon auf einigen Angeltouren hatte ich gerätselt, warum es keine Fische mehr zu fangen gab, nun arbeiteten Pudding und ich uns fast Händchenhaltend immer an der Bordwand entlang und sahen nur Tod und Verwesung. Was noch am Leben war hatte sich zusammengezogen oder war – wenn es krabbeln konnte – auf die höchsten Punkte geklettert und japste nach Sauerstoff. Später erfuhr ich, dass die Fische an der Innenförde apathisch im flachen Wasser lagen und ebenfalls nach Luft schnappten. Ich war wieder einmal bedient und strich die Innenförde zunächst von den Reisezielen.
Wir unternahmen dann noch Touren in den Bereich des kleinen Belts, Erik, Murstenvraget, Isskib, S103 usw.
Anfang Oktober gab es für mich dann das taucherische und bootfahrerische Highlight. Mittags los, zur Island in den südlichen großen Belt und einen super genialen Strömungstauchgang machen. Anschließend zur Sten Trans und auch dort einen schönen Tauch genießen und um 1930 zum Abendessen wieder im Heimathafen. So langsam bekommt man einen Eindruck davon, was man mit dem Böötchen so wirklich machen kann.
Die Island war mein bestern Tauchgang des Jahres.
Mitte Oktober hatten Dory und der kleine Baztard dann noch einmal auf die Terrasse eingeladen, um ihre Hochzeit taucherisch nachzufeiern. Fast die ganze Schlosserflotte trat an und wir hatten wieder echt tolle Tauchgänge. Nun verkehrte sich die Algenblüte ins Gegenteil und wir konnten sagenhafte Sichtweiten von Kiel bis Flensburg genießen. Man munkelt von teilweisen 20m in der Nähe der Carl Peters und in Surendorf...
Für mich bildete dann das Wochenende am Arendsee das letzte große Event. Wir trafen uns im engeren Kreis am Arendsee, um das von Heinz damals noch mit so viel Begeisterung vorgetragene Projekt zu beenden. Es wurde ein schönes, wenn auch ziemlich anstrengendes Wochenende. Leider haben wir die verschollenen Prahme nicht gefunden, konnten aber einige weitere Bilder vom bekannten Prahm machen und bestimmte Suchbereiche, wo die weiteren Boote liegen sollten, ausschließen. Wer weiss, irgendwann kriegt sie bestimmt mal jemand zu fassen.
Am vierten Advent schließlich befand sich noch eine Gruppe von uns in Hemmoor. Ich habe noch nicht allzu viel gelesen, nehme aber mal an es war ein super Wochenende, wie immer.
Am Ende dieses kurzen Romans also:
Habt alle schöne Weihnachten und rutscht alle gut rein. Der eine oder andere wird ja sicher noch zum Weihnachts- oder Silvestertauchen antreten. Das Jahr 2011 hatte jedenfalls alles was das Leben ausmacht, viele helle und leider sehr viele dunkle Stunden.
Nun mag man ja in diesen Wintertagen ein wenig zum philosophieren neigen aber ich jedenfalls fühle mich durch dieses Jahr daran erinnert, dass wir unsere Zeit mehr mit den Dingen nutzen sollten, die wir gerne machen. Familie und Freunde und auch mal an die Gesundheit denken.
In diesem Sinne: Lasst uns hoffen, dass die hellen Stunden im nächsten Jahr mehr werden und lasst uns Pläne schmieden um dem nachzuhelfen!
Tim