Am 03.02.2012 war es soweit … endlich Urlaub, Safaga wir kommen!
Gegen 18:00h landeten wir in Hurghada und gleich der erste Schock: Fast zeitgleich landeten zwei weitere brechend volle Flieger und schon standen knapp 550 Leute vor zwei völlig überforderten Abfertigungsschaltern. Da in Ägypten die allgemeine Arbeitsmoral etwas gewöhnungsbedürftig ist (Beamtenmikado scheint dort ein äusserst beliebtes Gesellschaftsspiel zu sein), wurde erst nach geraumer Zeit ein dritter Abfertigungsschalter besetzt und nach umständlicher Sortierung des Stempels geöffnet. Nach scheinbar unendlichem Warten entkamen wir dann dem allgegenwärtigen Duft aus Knoblauch, Wodka und billigem Parfüm.
Die Fahrt zum Hotel verlief dann ohne Zwischenfälle. Im Hotel (Sol Y Mar Paradise) wurden wir freundlich und zuvorkommend begrüsst und als der Tresenmensch erfuhr, dass wir Taucher sind, bekamen wir ein Zimmer direkt neben der Tauchbasis. Das freute uns ungemein, denn die Tauchtasche war verdammt schwer. Da es bereits dunkel war, machten wir uns nur kurz frisch, gingen zum Abendessen und legten uns dann zur Ruhe.
Am nächsten Tag waren zwei Tauchgänge am Hausriff des Duck’s Diving Centers angemeldet und wir freuten uns schon auf kurze Wege. Leider ist die dem Hotel angeschlossene Tauchbasis die der Paradise Diver und die erste Euphorie erlosch. Naja, knapp 200 Meter weiter am Strand lag die angestrebte Basis und die Schlepperei hielt sich in Grenzen. Das super freundliche Basispersonal der Ducks empfing uns, dick angezogen und in Daunenwesten u.ä. gehüllt. Wir waren froh, dass wir bei der Wärme (unserem Empfinden nach knapp 25°C) kurze Hosen, T-Shirt und Badelatschen anhatten.
Nach der Anmeldung und einigen Instruktionen (z.B. keine Handschuhe im Roten Meer, keine Korallen anfassen, etc.) machten wir die Geräte klar, warfen uns in die Neoprenpellen und ab in’s Wasser. Trotz des ungünstigen Windes und damit einhergehendem Sedimentaufkommen in Ufernähe fanden wir ungewohnte Sichtweiten an einem schönen und farbenfrohen Hausriff mit viel Kleinfisch vor. Das erzeugte eine grosse Vorfreude auf die folgenden Bootstauchgänge der nächsten Tage.
Tina und ich wurden nicht enttäuscht.
Jeweils um 08:20h war Treffen an der Basis und dann ging es auf’s Boot.
Das Panoramariff vor Safaga war das erste Ziel und wir machten dort drei sehr schöne Tauchgänge (gleich mit einer grossen Schildkröte und einem grossen Napoleon). Als erstes einen Drift-TG für den wir mit dem RIB auf die Südseite des Riffs gebracht wurden, einen TG vom Mutterschiff aus und noch einen One Way – TG von der Nordseite, bei welchem wir absprachegemäss nach dem Schiessen der Boje mit dem RIB eingesammelt wurden. Also eine Rifferkundung ohne Eile und Luftnot.
Die Abende verliefen fast alle ähnlich. Gegen 16:30h – 17:00h waren wir von den Ausfahrten zurück und jedes Mal ziemlich kaputt. Nachdem die geschundenen Knochen versorgt waren, ging es zum Abendessen und danach meistens in’s „Kifferzelt“. Zwar rauchten wir nur einmal so’n Schlauchteil, aber dort konnte man herrlich rumlümmeln und bei einer oder meist mehreren Woddy-Mische(n) entspannen. Alt wurden wir dabei nicht, denn der schlauchende Tauchtag forderte seinen Tribut und um 07:00h war auch schon wieder Wecken.
Die folgenden Tage brachten uns an diverse Riffe und wie von der Basis vorher versprochen, an die Salem Express, auf die ich mich schon den ganzen Urlaub über freute.
Unsere Begleiter hatten die Salem schon vorher besucht, wollten aus für mich unverständlichen Gründen kein zweites Mal hin und machten daher einen TG am nahegelegenen Riff (wohl das, worauf die Salem seinerzeit auflief). Tina und ich wurden mit dem RIB zur Wrackposition gebracht und tauchten zu zweit ab. Von der Oberfläche konnte man das ganze Wrack überblicken. Wir hatten es für uns ganz alleine und so konnten wir alles in aller Ruhe erkunden. Die Luft war nach einer knapp einstündigen und sehr interessanten Runde viel zu früh verbraucht und ich nahm mir fest vor, irgendwann für weitere TG zurückzukehren. Leider war es das einzige Wrack, was wir in der extrem wrackarmen Gegend um Safaga ansteuerten. Die El Arish und die Al Kafain hätte ich auch noch gerne gesehen, aber das Wetter spielte da nicht so recht mit. Die drei letzten Tage hatten wir einen Sandsturm, der auch das Wasser zuweilen ziemlich uneben werden liess.
Das Tauchen war durchweg sehr entspannt und ohne Gängelung durch die Guides. Wir konnten nach den ausführlichen und aufschlussreichen Briefings alles nach eigenem Gutdünken und ohne Zeitdruck erkunden. Unendliche Sichtweiten an intakten und schönen Riffen, bei einer Wassertemperatur von nie unter 20,5°C und einem Fischreichtum, der seinesgleichen sucht machten das Tauchen zur puren Freude.
Die Bootscrew war sehr engagiert und sprang einem ständig zur Hand, was für uns „Allesalleinmacher“ ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Kaum kletterte man aus dem Wasser, wurde einem die Flasche vom Jacket genommen … ist ja auch echt schwer, mit der 12er Alu-Kanne die drei Meter bis zum Rentnertisch zu gehen …
Nitrox war, wie fast überall „For Free“, sofern man die nötige Ausbildung hat. Da Tina den Nitrox-Schein noch nicht hat, tauchten wir beide mit Luft.
Das Hotel, eine sehr schön angelegte Bungalowanlage mit ein- und zweistöckigen Reihenbungalows (je 4 Wohneinheiten), machte einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck. Ein zwecks Sonnenschutz überdachter Kinderspielplatz, ein sehr schöner Pool mit Poolbar, ein grosser Sportplatz und viel Grün in der sonst eintönigen Wüste heben das recht preiswerte Hotel in eine unerwartet angenehme Kategorie. Das Essen wurde in reichhaltiger Auswahl angeboten und war sehr schmackhaft. Jeden Morgen machte ein Koch Omelettes, in welche nach Wahl Wurst, diverses Gemüse und Zwiebeln gegeben wurden. Einziges Manko war, dass der Essensaal dadurch immer etwas verräuchert wirkte. Die Türen waren trotz über 25°C geschlossen, denn es war ja Winter …
Am letzten Tag (natürlich tauchfrei) war, nach einem finalen Grosseinkauf im Jacken- und T-Shirtshop mit eigener Stickmaschine (geile Jacken!), eine Quad-Tour durch die Wüste geplant. Soweit ganz toll, ausser dass die Quads regelmässig alle 15 – 30 Minuten eine Pause brauchten (würden sonst angeblich zu heiss bei den 25°C – na klar), die rein zufällig zu 50% mit zusätzlichen Kosten verbunden waren ... wat’n Zufall … aber nicht mit uns.
Der Urlaub war ein voller Erfolg und wird nicht der Letzte nach Ägypten gewesen sein.
Bilder folgen in einem separaten Post, wenn sie etwas verkleinert wurden (sind alle noch in 4032x3024). Bei Facebook sind sie aber schon zu sehen. Nur noch etwas gross für hier.















