Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

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Rocco
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Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von Rocco »

Fotos von Jörn Kumpart, Carsten Staack und Rocco Hannert

Wracktauchen in Norwegen - Mandal Juni 2012

Nachdem es mich in den letzten Jahren immer mal wieder für einen kurzen Zwischenstopp in das schöne, südnorwegische Städtchen Mandal verschlagen hatte, sollte es dieses Jahr endlich mal für einen längeren Aufenthalt klappen. Das wir uns für Mandal als Ziel einer Tauchtour entschieden haben, hatte folgende Gründe:
1. Es gibt viele, unter deutschen Tauchern fast unbekannte Wracks
2. In dem wunderschönen, norwegischen Schärengarten vor der Stadt gibt es auch bei viel Wind genügend Möglichkeiten zum Wracktauchen
3. Die ungefähren Wracklagen waren uns, dank des Buches " Skipsforlis utenfor Vest-Agder" des Autors Erik Bakkevig bekannt
4. Mandal ist von Norddeutschland in nur 450km Fahrstrecke mit dem Auto und inkl. der Fährpassage in nur 8-9h Reisezeit zu erreichen.
5. Einige Wracks wie z.B. das Torpedoboot Kjell, den Frachter von Kleven oder das Dampfschiff "Oliva" kannte ich schon von vorherigen Besuchen, und wollte dort unbedingt nochmal mit mehr Zeit vorbei schauen.
Die Organisation der Tour begann im Winter nach einigen, netten Gesprächen während des traditionellen Fördeschlosser-Muscheltauchens. Letztendlich bestand die Truppe aus 4 Tauchern, nämlich Jörn, Ingo, Carsten und mir. Leider hatten wir nur mein Boot zur Verfügung, so das nur 2 Leute Bootstauchgänge machen konnten. Allerdings gibt es in der Gegend, wie überall in Norwegen genügend lohnende Landtauchplätze, so dass die fehlenden Bootsplätze kompensiert werden konnten.
Ein bezahlbares Ferienhaus in unmittelbarer Nähe zum Wasser und Platz für 4 Taucher war schnell gefunden und gebucht.
Aufgrund der relativ hohen Preise für Fährüberfahrten am Samstag als traditionellen Ferienhauswechseltag, beschlossen Jörn, Carsten und ich schon am Freitag mit der Fähre zu fahren. Dazu mussten wir allerdings die erste Nacht im Auto verbringen, was allerdings durch Jörn seinen Bus und Carstens Caddy kein Problem war.
Am Fr. den 15.06. ging es dann endlich los. Das Auto war mal wieder zum bersten voll mit Ausrüstung für einige Trimixtauchgänge, Atemluft-Kompressor, Bootszubehör, Lebensmittel und schlussendlich musste das Boot ja auch gezogen werden. In Norwegen angekommen verbrachten wir die erste Nacht in Mandal am Hafen in den Autos. Nach einem Frühstück in dem schönen Ortskern von Mandal fuhren wir die wenigen Kilometer zum Ferienhaus. Das Haus lag idyllisch nur 70m vom Wasser entfernt an einer kleinen Bucht inmitten der Schärenlandschaft. Nach Mandal waren es nur ca. 8km mit dem Boot oder Auto.
Das Haus war super ausgestattet. Es fehlte an nichts. Jeder konnte sein eigenes kleines Zimmer beziehen. Es bestätigte sich aber wieder mal, dass man mit den Personenangaben der Ferienhausanbieter wirklich vorsichtig sein muss. Unser Haus war ein 8 Personenhaus, in dem man halbwegs bequem, nur mit max. 5 Personen wohnen kann. Gewöhnungsbedürftig war allerdings die wasserfreie Chemietoilette. Auf jeden Fall lieferte sie uns die ganze Woche Gesprächsstoff, da jeder am Frühstückstisch seine Erlebnisse die er auf dem Thron hatte los werden wollte.
Die großzügige Wohnküche hatte Meerblick und eine große Terrasse auf der sich das Leben in der nächsten Woche hauptsächlich abspielen sollte. Im Garten konnten wir sämtliche Ausrüstung lagern und den Kompressor aufbauen. Nachdem wir die Autos entladen hatten, brachten Jörn und ich das Boot ins Wasser und verlegten es in die kleine Bucht unterhalb unseres Hauses. Hier hatte es einen sicheren Liegeplatz an der mitgebrachten Boje. Zum beladen des Bootes für Tauchtouren gab es einen gut geeigneten Steg. Ich war positiv überrascht, wenn jetzt das Wetter noch mitspielte war alles perfekt.
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Das Dampfschiff Bergen
Natürlich wollten wir den angebrochenen Tag nutzen und ins Wasser. Wir einigten uns darauf zum Wrack des Dampfschiffes "Bergen" zu fahren. Das Wrack dieses 1871 gesunkenen Dampfers sollte nur ca. 800m von unserem Haus entfernt in 24m-29m Tiefe liegen. Da die Anfahrt nur kurz war, passten wir relativ bequem zu dritt ins Boot. Die Überreste der Bergen sollten zwischen zwei felsigen Untiefen auf sandigen Grund liegen. An der Wrackstelle angekommen stellten wir fest das es verdammt stark strömte. Wir beschlossen deshalb auf der Untiefe zu ankern und Jörn als Testtaucher ins Wasser zu schicken. Er sollte versuchen vom Anker zum Wrack zu gelangen, eine Leine legen und dabei einschätzen ob die Bedingungen es zulassen das Boot ohne Ankerwache oben zu lassen. Nachdem Jörn 10min weg war und den TG nicht abgebrochen hatte, folgten Carsten und ich ihm. Wir kämpften uns zum Anker der in nur 5m Tiefe im Kelpwald des Felsriffes lag. Im Kelpwald konnte man sich gut vor der Strömung verstecken. Die Sicht war ziemlich gut. Wir folgten dem Reel von Jörn und schon nach wenigen Tauchminuten fielen wir die steil abfallende Wand der Untiefe hinunter auf das Wrack. Hier war auch die Strömung weg. Wir begannen zu dritt das Wrack zu erkunden. Es war schon ziemlich zerfallen. Markant am Wrack waren die Reste des eisernen Rumpfes, der Dampfkessel und die Reste eines Schaufelrades, dass trotz des hohen Alters des Schiffes noch zu sehen war. Alles in allem ein sehr schönes Wrack. Wenig später lag Fleisch auf dem Grill und der 4. Teilnehmer unserer kleinen Truppe war auch schon eingetroffen. Die Woche fing schon mal perfekt an.
http://mandal-dykkerklubb.no/joom/index ... &Itemid=58

Die "Oliva"
Jörn und ich machten uns am nächsten Tag auf den Weg zur Oliva. Über dieses tolle Wrack habe ich schon mal einen Bericht hier Forum verfasst. Deshalb halte ich mich relativ kurz.
Das Dampfsegelschiff ist 1869 auf der Fahrt von London nach Danzig an der kleinen Insel Vardeholmen gestrandet. Beladen war das Schiff mit Stückgut, Gewürzen, Wein und Bier. Die Reste der Wein und Bierladung kann man immer noch in Form von großen Mengen Flaschen am und im Wrack sehen. Die Oliva liegt in einer Tiefe von 60-45m auf hellen Sandgrund unterhalb der kleinen Insel.
Die 5sm lange Fahrt bei teils nebligen Wetter war recht ruppig, da man über einen ungeschützten Fjord fahren muss. An der Wrackstelle aber, liegt man bei Westwind wunderbar geschützt im Windschatten der Felseninsel Vardeholmen. Die Oliva zeigte sich wieder von ihrer perfekten Seite. Jörn tauchte mit seinem Kreisel und ich mit einem D-18, was uns verhältnismäßig lange Grundzeiten ermöglichte. Die Sichtverhältnisse waren sehr gut und aufgrund unseres Tauchganges im letzten Jahr an diesem Wrack, haben wir Oliva sofort gefunden. Ich finde es immer wieder fantastisch dort zu tauchen. Die Kombination aus einem für das hohe Alter sehr gut erhaltenen Wrack´s, gepaart mit guten Sichtweiten und der Möglichkeit die lange Dekompression am Riff zu machen gefällt mir einfach. Während der Deko entdeckten wir auf 6m eine schöne, natürliche Höhle in der man zusammen mit Lippfischen und einer Menge Blumentiere den O2 Dekostopp verbringen konnte. Das Wetter ließ es zu, während dieser Woche "Oliva" ein zweites Mal zu besuchen. Diesmal war Carsten mit. Er begleitete mich ja schon 2011 bei unserem ersten Tauchgang an diesem Wrack. Die Bedingungen waren wieder perfekt. Wir hatten sogar über Wasser schönes Wetter. Carsten hatte die Fotoausrüstung dabei und machte einige wunderschöne Unterwasseraufnahmen.
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Das Torpedoboot "Kjell"
Da uns auch am Montag das Wetter wohlgesonnen war, beschlossen wir das Wrack des Torpedobootes Kjell zu besuchen. Bei dem Torpedoboot handelt es sich um ein dampfgetriebenes Schnellboot welches nach dem Norwegenfeldzug von der Kriegsmarine genutzt wurde und durch einen englischen Luftangriff direkt vor Mandal versenkt wurde. Dieses schöne Wrack wurde erst 2006 aufrecht auf Sandgrund in einer Tiefe von 33-39m entdeckt. Mehr Informationen und einige Bilder zum Wrack gibt es hier:
http://www.divinggroup.de/wbb2/thread.p ... ight=kjell
Dadurch das ich schon mal im Winter 2009 an Kjell tauchen durfte, wussten wir wo das Wrack zu finden ist. Bei dem herrschenden etwas kräftigeren Südostwind lag die Position halbwegs geschützt. Nachdem das Boot zwischen zwei Inseln auf einem Felsrücken verankert war, brauchten wir nur noch der Wand der Insel in die Tiefe zu folgen und stießen nach wenigen Tauchminuten auf die Überreste von Kjell. Die Sicht wurde mit zunehmender Tiefe immer besser, so dass man mindestens die Hälfte des auf Sandgrund liegenden Wracks überblicken konnte. Ausgiebig erkundeten wir die Reste der Kriegsmaschine. Ich hatte den Eindruck das im Vergleich zu 2009 noch mehr Details abhanden gekommen sind. Trotzdem gibt es immer noch viel zu sehen. Dadurch das, dass Schiff ziemlich kaputt ist kann man viele interessante Einblicke in das Innere bekommen. Echte Hingucker sind die vielen Manometer im Maschinenraum, die Dampfmaschine, das Geschütz und nicht zuletzt das freistehende Klo. Da Jörn die Kamera mit dabei hatte, gibt es auch einige Bilder. Nach dem Tauchgang schauten wir uns in der Gegend, andere mögliche Wrackpositionen mit dem Sidescan an um wieder mal zu erkennen, dass mein Gerät in Norwegen aufgrund der Wassertiefen und des aus riesigen Felsen und Wänden bestehenden Grundes nur sehr bescheidene Ergebnisse liefert. Wracks in Norwegen mit einem Sidescan zu suchen erfordert ein Gerät mit Towfish und viel Erfahrung im Umgang damit. Wir mussten uns also weiterhin darauf beschränken, das Sonargerät zum ausloten der Wassertiefe des Ankerplatzes zu nutzen. Die Wrack´s wollten wir, wie schon gewohnt, während der Tauchgänge mit Hilfe der sehr markanten Tiefenlinien suchen. Nachdem wir uns einige mögliche Tauchplätze angeschaut hatten, machten wir uns dann auf den 7sm langen Heimweg. Da unsere Tauchgänge alle fast 2 Stunden lang waren und meistens mit langer Deko endeten, beschränkten wir uns meistens auf einen Tauchgang pro Tag. Das entspannte den ganzen Tagesablauf, da wir ja füllen, kochen und uns um das Boot kümmern mussten. Außerdem legten wir alle Wert auf ein sehr entspanntes Frühstück, es war schließlich auch Urlaub.
Schöne Bilder von Kjell gibt es hier: http://www.undervannsfoto.no/index.php? ... nm&20kjell
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Die Brigg "Gustav"
Am nächsten Morgen weht es mit 5-6Bft aus südwestlicher Richtungen. Das war für die meisten Wracks in der Gegend ungünstig und für eine längere Fahrt, über teilweise offene Abschnitte zu windig. Wir beschlossen, nach einem Blick in die Seekarte, zu versuchen das Wrack der Brigg "Gustav" zu finden. Die Wrackposition lag nur 2sm von unserem Ferienhaus entfernt und wurde nach Südwesten von einigen kleineren Inseln abgeschirmt. Die Reste des 1899 dort verunglückten Schiffes sollten in einer Tiefe von 45m auf Sandgrund liegen. Das Schiff wurde 1850 gebaut und der Heimathafen war Wolgast. Der 35m lange Segler war auf dem Weg von Leer nach Kopenhagen mit einer Ladung Kohle. In der Nacht des Unglücks dachte die Besatzung, sie sehen das Leuchtfeuer des dänischen Hanstholm. In Wirklichkeit hatten sie das Feuer der norwegischen Insel Hille vor sich und durch diesen Irrtum machte Gustav ziemlich schnell Bekanntschaft mit einem unter der Wasseroberfläche lauernden Felsen. Gustav sank und die Besatzung rettete sich bis auf den Skipper und Reeder, der mit seinem Schiff unterging. An der Geschichte kann man gut ermessen, wie gefährlich Seefahrt vor 100 Jahren war. In heutigen Zeiten mit GPS und Co. wären solche Navigationsfehler von 60sm (über 100km) undenkbar. An der Position von Gustav angekommen, versuchten wir erst mal mit dem Echolot den Verlauf der Tiefenlinien festzustellen, da wir nur vage Angaben über die genaue Position des Wracks hatten. Es stellte sich so dar, dass Gustav eingeschlossen von 3 Untiefen in einer Art Kessel auf 45m Tiefe, an einem auf 60m abfallenden Sandhang liegen musste. Der einzige mögliche und sichere Ankerplatz lag allerdings recht weit entfernt, von der vermuteten Wrackposition. Wir wollte es trotzdem versuchen, obwohl ich ehrlich gesagt nicht viel Hoffnung hatte die Wrackreste zu finden. Nach dem Abtauchen folgten wir erst mal in geringer Tiefe einer Steilwand an der es von Fischschwärmen nur so wimmelte. Nach einigen Minuten stiegen wir zum Fuß der Wand ab und folgten dem dort beginnenden Hang hinab auf 45m. Durch die gute Sicht machten wir auch schon nach wenigen Minuten die Reste des Schoners aus. Wer häufiger an Wracks im Salzwasser taucht, weiß das über 100Jahre alte Holzschiffe nicht mehr als intakte Schiffe existieren. Zumeist ist das Holz vom Schiffsbohrwurm zerfressen oder die Wracks wurden von Grundschleppnetzen zerrissen. Auch von "Gustav" war nicht viel übrig, obwohl Grundschleppnetze in dieser Gegend nicht zu Anwendung kommen. Von einem Rumpf war nichts mehr zu sehen. Das Wrack war völlig zerfallen. Es lagen alte Anker, Maschinenteile, Winschen , ein Ofen und viele nicht mehr zu identifizierende Teile des alten Segelschiffes auf dem Grund. Es war sehr trotzdem sehr spannend die Wrackreste zu erkunden. Auch viele alte Sachen, zumeist zerbrochen, aus Ton und Glas gab es zu finden. Vieles hat sicher aber auch der Sand verschluckt. Die Zeit war am Wrack war viel zu schnell vorbei und wir mussten aufgrund meines begrenzten Gasvorrates den Rückweg antreten. An der Wand mit dem vielen Fisch verging die Dekozeit wie im Flug. Ich liebe Wracktauchen in Norwegen, da man bei fast allen Wracks die Dekompressionstops am Riff absitzen kann, anstatt einfach so am Seil zu hängen. Da wir vom Tauchgang an der Brigg Gustav relativ früh zurück am Haus waren, machten wir dort noch einen Naturtauchgang. Mit dabei waren Harpune und Sammelnetz, um den Tisch für das Abendessen mit Jacobsmuscheln und Fisch zu füllen. Der Tauchplatz vor unserer Terrasse war nicht zu verachten. Nach dem man ca. 5-10min aus unserer flachen Bucht hinaus getaucht war, fiel ein Hang auf 50m Tiefe ab. An der einen Seite der Bucht begann, wenn man dem Hang nicht folgte sondern im seichten Wasser blieb, eine Wand die auch bis auf 50m in die Tiefe führte. Leider klappte es nicht so mit der Harpune und den Seelachsen, so dass wir neben Jacobsmuscheln doch noch unsere Grillfleischvorräte weiter minimieren mussten. Wieder mal ging trotz des starken Windes ein schöner Tauchtag zu Ende.
Das russische Dampfschiff "Archangelsk"
Am vorletzten Tauchtag war mäßiger Wind aus Südwest vorhergesagt, so dass wir versuchen wollten ein wettermäßig exponiertes Wrack zu betauchen. Das russische Dampfschiff "Archangelsk" strandete 1886 an der Insel Ryvingen vor Mandal. Dieser 1869 komplett aus Eisen gebaute Dampfsegler hatte, genauso wie die Oliva schon einen Schraubenantrieb. Das Schiff war ca. 70m lang und fuhr beladen mit Fisch, Tran und feinen Pelzen vom nordrussischen Archangelsk in das russische St.Petersburg (Ostsee). Nach der Strandung hielt sich das Schiff noch, so dass sich die 24 Mann starke Besatzung auf die Insel retten konnte. An den folgenden Tagen wurde Teile der Ladung geborgen, aber Archangelsk begann unerbittlich zu sinken. Nachdem das Schiff vollständig gesunken war fand eine Wrackauktion in Mandal statt. Das Schiff wurde an einen Berger verkauft. Anschließend wurden noch weitere Teile der Ladung verkauft und ein wenig Metall vom Wrack geborgen, was beim Stand der damaligen Tauchtechnik wahrscheinlich ziemlich mühselig war. Heute soll das Wrack in der Tiefe von 38m unterhalb des Leuchtfeuers Ryvingen liegen. Nachdem wir uns wieder einen sicheren und geschützten Ankerplatz gesucht hatten, wollten wir entlang der Insel in 38m tauchen und hoffen auf das Wrack zu stoßen. Wir tauchten aus dem schmalen Kanal zwischen der Insel Ryvingen und einer vorgelagerten Klippe und schnell ging der felsige Grund in schneeweißen Sandgrund über. Die Tiefe mit 38m auf dem sandigen Grund passte, jetzt fehlte nur noch das Wrack. Die Sicht war über dem Sandgrund gigantisch. Ich denke 20m oder mehr sind nicht übertrieben. Erstaunlich war das es in fast 40m noch Sandbarren, wie man sie von Brandungsbereichen der Ostsee her kennt, gab. Allerdings waren sie hier fast 30cm hoch. Man kann sich kaum vorstellen, mit welcher Energie hier die See gegen die Felsen rollt wen es stürmt, um solche markanten Merkmale auf dem Grund zu hinterlassen. Nach knapp 40min Tauchzeit hatte ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet, dass dies das einzige Wrack sein wird was wir auf der Tour nicht finden. Da tauchte an der Sichtgrenze die Reste eines Beibootes auf. Das machte Hoffnung und wenig später waren wir am Wrack. Es gab sehr viel sehen. Besonders markant war der riesige Dampfkessel mit einer imposanten Getriebekonstruktion an der einen Seite. Auch konnte man gut sehen das dieser Kessel von beiden Seiten beheizt werden konnte. Leider hatten wir jetzt schon über 60min Zeit in der Tiefe verbracht, so dass die Gasvorräte zum Aufstieg mahnten. Wir tauchten direkt vom Wrack, die Felswand nach oben und überall lagen Maschinen und Schiffsteile bis in geringe Tiefen. Unsere Dekoverpflichtungen bauten wir auf dem Rückweg zum Boot ab und beschlossen nach einer Oberflächenpause mit Snacks und Kaffee hier noch einen zweiten Tauchgang zu machen. Wir verlegten das Boot, an die uns jetzt bekannte genaue Position und machten noch einen wunderschönen zweiten Tauchgang am alten Dampfschiff. Es ist zwar sehr zerstört aber es lassen sich noch schöne Details wie z.B. intakte Bullaugen, Propeller, Blöcke, Antriebswellen und vor allen Dingen die Dampfmaschinenkonstruktion bewundern. Für mich war die Archangelsk das Highlight der Tour. Nach den Tauchgängen an der Archangelsk holten wir das Boot aus dem Wasser, weil für den nächsten und unseren letzten Tag in Mandal ein Unwetter angekündigt wurde.
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Der Frachter in "Kleven"
Am letzten Tag dann, wollten wir aufgrund des schlechten Wetters einen Landtauchgang in Kleven machen. Kleven ist ein kleiner Fischereihafen in Mandal. In der Mitte dieser Naturbucht liegt in 30m Tiefe das Wrack eines alten Frachters nur 4min Tauchzeit vom Ufer entfernt . Ich kannte das Wrack schon von Tauchgängen im Winter 2009. Das Wrack ist ca. 35m lang und steht aufrecht auf dem schlammigen Grund des Hafens. Die Laderäume sind bis auf ein wenig Schrott und einigen Franzosendorschen leer. Im achteren Bereich steht die betauchbare Kajüte und dahinter am Heck findet man die Ruderkonstruktion. Bei meinen Tauchgängen im Winter 2009 war sogar sehr fotogen, dass Hilfssteuerrad noch vorhanden. Dieses liegt jetzt leider abgefallen auf dem Heck. Ansonsten ist es ein sehr schönes Wrack. Es erinnert mich von Größe und Art sehr an die Tjalk Falshöft, bei uns in der Ostsee. Die Deko konnte man auch hier wieder unkompliziert am Ufer des Hafens verbringen. Die Norweger haben hier im Laufe der Jahrhunderte Unmengen von Schrott entsorgt. Dazwischen gibt es allerhand Getier zu beobachten, so das sich Langeweile gar nicht erst einstellt. Am Tag der Abreise dann, machten wir noch einen Tauchgang in einer stillgelegten Navy-Base in Kristiansand um anschließend den letzten Abend mit Freunden in der bekannten Ferienanlage Skottevig bei einigen Bier zu verbringen.
Leider ging eine Woche wieder viel zu schnell vorbei. Wir haben in der Zeit 8 Wracktauchgänge an 6 verschiedenen Wrack´s machen können. Dabei hatte wir nur einen Tag zu schlechtes Wetter, um etwas sinnvolles mit dem Boot zu machen. Ich kenne außer Norwegen kein Tauchrevier, wo Tauchgänge in dieser Qualität mit großer Unabhängigkeit von Wind und Welle möglich sind.

Viele Grüsse Rocco!
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Zuletzt geändert von Rocco am 31.12.2012 11:21:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von Blacky »

Hi Rocco,
schon wieder ein super interessant zu lesender Bericht von dir. In dir steckt wirklich ein Journalist mit Begeisterung fürs Tauchen :-) Vielen Dank!
/ Dirk
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von Tim@BlueSpirit.de »

Rocco, Sonderklasse wie immer! Vielen Dank für den tollen Bericht!!!
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joern_k
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von joern_k »

Schön Rocco, dass Du den Bericht dieses Jahr noch fertig bekommen hast.
Das lässt noch mal schöne Erinnerungen an den Sommer aufkommen.

@Tim - definitiv noch ein Beitrag für Deinen Berichtesammler

Für alle, die noch ein paar mehr Bilder sehen wollen - hier gibt es das komplette Album (zumindest von den Wracks, wo ich die Kamera auch dabei hatte)

Gruß und Guten Rutsch
Jörn
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von Tim@BlueSpirit.de »

Oh ha, ja da haste aber sowas von recht...
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von Tim@BlueSpirit.de »

Erledigt.
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DerOstseetaucher
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von DerOstseetaucher »

Moin Rocco,
Danke, toller Bericht, da ist alles wesentliche drin....
@jörn, tolle Bilder !!!!!

Gruß
Ingo
Ingo
- Auf dem Weg nach Hause von der letzten Fete... plötzlich stand die Strasse auf und schlug mir ins Gesicht.. :o
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MrSnake

Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von MrSnake »

Moin Moin Rocco,

wieder mal ein sehr schöner Bericht und ich würde sehr gerne einmal mitkommen nach Norwegen.

Bis bald

MrSnake
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ChristophL
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Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von ChristophL »

sehr schöner Bericht. Ich denke ich muss auch mal nach Norwegen...
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dannydive

Re: Wracktauchen in Norwegen - Mandal 2012

Beitrag von dannydive »

Wow Rocco,

ein üblicher Bericht Deiner Klasse...war sehr, sehr toll zu lesen und gab Gelegenheit ein Stück weit mitzuerleben!!
UUUUUUUnd ....macht so richtig Lust auf "...mal wieder Norwegen!!!!" ;-)

Danke für diesen Bericht, Dank auch an Jörn und die anderen die zu diesem Urlaub beigetragen haben und für die Bilder.

Grüße aus Hamburg...!
Falko & Katrin