Im Sommer 2018 haben wir mit unserem Wohnmobil ca. 3 Monate Skandinavien bereist. Die Tauchausrüstung war immer mit dabei.
Im äußersten Osten von Norwegen bot sich die Gelegenheit, mit Mitgliedern des lokalen Tauchklubs einen Tauchgang am Wrack der "Johann Faulbaum" zu machen. Die "Johann Faulbaum" liegt im Jarfjord, östlich von Kirkenes, einige hundert Meter von der Küste entfernt und ist leicht vom Ufer aus erreichbar:
Die Johann Faulbaum sank nach einem russischen Luftangriff am Morgen des 15.Mai 1944. Sie war beladen mit Zement und Holz für die deutsche Organisation Todt, die an einer Seilbahn zur Front am Litsa-Front baute. Am 15. Mai wird sie von russischen Flugzeugen nach einem Angriff auf Kirkenes gesichtet und einige Stunden später von fünf Flugzeugen angegriffen. Bei dem Angriff wird niemand an Bord der Johann Faulbaum verletzt, aber das Schiff erhält fünf Bombentreffer und beginnt auseinander zu brechen. Es wird daraufhin aufgegeben.
Das Wohnmobil haben wir an der Straße geparkt. Je nach Tidenstand sind 20-50m leicht abschüssiges steiniges Ufer zu überqueren.
Normalerweise ist an der Wrackposition ein kleiner weißer Kanister zu sehen, der auf dem Achterdeck befestigt ist. Das Wrack liegt mit dem Heck zum Ufer, aufrecht, das Achterdeck in ca. 8-10 m Tiefe (Grundtiefe 20m), während der Bug in ca. 27 m Tiefe liegt (Grundtiefe ca. 40m). Der Propeller wurde entfernt und die Ladeluken sind offen. Abgesehen von den Schäden durch den Luftangriff ist das Wrack in gutem Zustand. Das Wrack lässt sich an verschiedenen Stellen penetrieren.
Bei der Penetration der Aufbauten sollte vor dem Verlassen darauf geachtet werden, dass keine "Monsterkrabben" (Königskrabbe oder Kamtschatkakrabbe (Paralithodes camtschaticus), gelegentlich aufgrund ihrer Größe auch Monsterkrabbe genannt) direkt über dem Ausgang sitzen. So kann man sich die Erfahrung ersparen, einer ca. 1m großen Krabbe als Reittier zu dienen...
Apropos ... Monsterkrabben sind - richtig zubereitet - sehr sehr leckere Tierchen. Und da mir einige von den Viechern beim Rückweg zum Ufer dankenswerter Weise über den Weg liefen, habe ich die Gelegenheit genutzt ...
Gegessen werden nur die Beine. Am einfachsten ist es, wenn die Krabben gleich unter Wasser zerteilt werden, entweder mit der Hand (mit etwas Übung in 3-5s erledigt) oder - für Ästheten - mit einem großen Messer. So passt mehr in das Sammelnetz. Und die "Schweinerei" am Ufer entfällt.
Die Zubereitung war dann denkbar minimalistisch: Die Krabbenbeine (ggf. noch einmal zerteilen, wenn der Topf zu klein ist) ca. 10min in einem großen Topf mit Seewasser kochen (falls nicht zu Hand, Süßwasser salzen). Dann an den Gelenken zerteilen, die Schale öffnen und das Fleisch entnehmen. Aber Vorsicht, die Schale hat viele "Piekser". Ich habe den Job mit Lederhandschuh und Rosenschere gemacht... Dazu dann Weißbrot und Rømme (norwegische Sour Creme) und ein gekühlter Cablis. LECKER!
Quellen mit technischen Details:
Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes 2018)
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Blacky
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Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes 2018)
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/Dirk
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philipaushamburg
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Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
gut zu lesen und Danke für das Einstellen
Gruß aus Hamburg
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Robert
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Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
Schöner Bericht,
macht Lust auch Mal dort abzutauchen.
Grüße
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Grüße
Robert aus Bayern
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Seacam
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Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
Besten Dank Dirk.
Das Erlebnis hast Du ganz nach Norwegischer Tauchtradition toll beschrieben.
Erling hätte bestimmt seine Freude daran den Bericht inkl. Kochrezeptur zu lesen.
Das Erlebnis hast Du ganz nach Norwegischer Tauchtradition toll beschrieben.
Erling hätte bestimmt seine Freude daran den Bericht inkl. Kochrezeptur zu lesen.
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NvG
Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
Ich habe Deine Tour auf FB verfolgt und war praktisch virtuell dabei, und schon damals lief mir das Wasser im Mund zusammen. Wie auch jetzt wieder. Die Krabbe muss dezimiert werden, wie auch der Feuerfisch in der Karibik. Also Gutes tun und dabei satt werden ... Letzteren habe ich gegessen (erlegt, ausgenommen - Vorsicht! - zubereitet), erstere steht noch auf dem Zettel!
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Blacky
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Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
@NvG : Das auf deinem Foto ist zwar auch eine Königskrabe oder Steinkrabbe, aber von der Art Lithodes Maja (Norway king crab), die gibt es entlang der ganzen Norwegischen Küste inkl. Spitzbergen. Der Panzer wird bis zu ca. 12 cm groß, das Gewicht bis zu 2kg. Das Fleisch in den Beinen und Scheren ist essbar, aber aufgrund der geringen Größe dieser Steinkrabbe imho den Aufwand nicht wert (Makkaroni aussaugen...). Sie ist zudem aufgrund ihrer geringen Reproduktionsrate auch eher selten anzutreffen, in verwertbaren Größen (> Spaghetti) noch seltener.NvG hat geschrieben: 31.12.2020 18:13:58 Ich habe Deine Tour auf FB verfolgt und war praktisch virtuell dabei, und schon damals lief mir das Wasser im Mund zusammen. Wie auch jetzt wieder. Die Krabbe muss dezimiert werden, wie auch der Feuerfisch in der Karibik. Also Gutes tun und dabei satt werden ... Letzteren habe ich gegessen (erlegt, ausgenommen - Vorsicht! - zubereitet), erstere steht noch auf dem Zettel!
Paralithodes camtschaticus (Königskrabbe, Oslo-Kamtschatka-Krabbe, Monsterkrabbe) hingegen findest du momentan nur in der Barrentsee, d.h. Lofoten - Murmansk. Sie ist eine bio-invasive Art, stammt aus dem nördlichen Pazifi, kann mehr als 12 kg auf die Waage bringen, der Panzer wird bis zu 28 cm groß. Die weiblichen Tiere können bis zu 500.000 Eier mit sich tragen, was zu einer hohen Reproduktionsrate führt. S.a. www.nobanis.org und www.cabi.org
Mein Tipp für die Jagd: Paralithodes camtschaticus wandert über das Jahr: Erwachsene Krabbe wandern im Frühjahr in flache Gewässe, um sich zu paaren und den Panzer zu wechseln. Im Sommer und Herbst wandern sie in tiefere Gewässer, und die Überwinterung findet in Tiefen unter 200 m statt. Es gibt in norwegischen Gewässern (vornehmlich um Varangerfjord / Kirkenes) aber auch Funde von einigen wenigen adulten Krabbe, die sich ganzjährig in flachen Gewässern aufhalten. Kurz gesagt: Wenn du mit einer Tiefkühltruhe zum Füllen anreisen willst, fahr im späten Frühjahr (eisfreie Gewässer!) ... frühen Sommer und fahr gleich durch nach Kirkenes. So machen es zumindest die Jungs und Mädelz vom Narviker Tauchklub...
/Dirk
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Rocco
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Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
Moin Dirk,
danke für die gute Tauchplatzbeschreibung und besonders cool finde ich die Anleitung um nach dem Tauchen satt zu werden.
Ich bin den Kamtschatka-Krabben bisher nicht begegnet da meine nördlichster Punkt Tromsö war. Aber wenn, dann reisse ich ihnen die Beine aus und esse mich satt.
Gruß Rocco
danke für die gute Tauchplatzbeschreibung und besonders cool finde ich die Anleitung um nach dem Tauchen satt zu werden.
Ich bin den Kamtschatka-Krabben bisher nicht begegnet da meine nördlichster Punkt Tromsö war. Aber wenn, dann reisse ich ihnen die Beine aus und esse mich satt.
Gruß Rocco
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Re: Johann Faulbaum (Jarfjord bei Kirkenes - 2018)
Vor dem "Beine ausreißen" steht der "Kill".Rocco hat geschrieben: 04.01.2021 17:33:23...
Ich bin den Kamtschatka-Krabben bisher nicht begegnet da meine nördlichster Punkt Tromsö war. Aber wenn, dann reisse ich ihnen die Beine aus und esse mich satt.
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Es gibt ästhetische effektive Methoden:
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ab ca. ab 4:30
(so vor den Scheren rumfummeln ist extrem gefährlich!)
Letzteres entspricht der Methode, die ich von Björn aus Kirkenes gelernt habe, nur ohne Stein, Kante, Messer o.ä. Werkzeug, das unter Wasser nie zur Hand ist. Und es besteht nicht die Gefahr, das eigene Finger in die Scheren kommen..
/Dirk