Tornado-Törn vor Eckernförde

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Schriftbarsch
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Tornado-Törn vor Eckernförde

Beitrag von Schriftbarsch »

Unser zurückgekehrter Schlosser-Kamerad Grischa hat für den 15. August einen Buddy gesucht – und ich hatte gerade Zeit. Ein paar Mails, fertig war der Plan. Schön unkompliziert. Allerdings haben wir die Ausfahrt dann aufgrund der Windprognosen doch auf den Sonntag vorgezogen. So haben wir am späten Mittag bei abnehmendem Wind in Damp seine Quicksilver 500 geslippt. Dann ging es auch schon raus auf die noch recht bewegte Ostsee. Santiano lieferte den Soundtrack für einen schicken Spritzwasser-Törn. Ziel: die „Svendborgsund“. Nach zwei Ankermanövern hatten wir guten Halt …

Ich war tatsächlich seit neun Jahren nicht mehr hier. Hatte gar nicht in Erinnerung, dass das 1978 gesunkene Kümo so ein riesen Brocken ist. Wir sind erstmal um den Bug des kieloben liegenden Wracks rum. Die Anker habe ich nur am Rande mitbekommen, weil ich noch mit der Stage beschäftigt war. Dann ging es auf die Backbordseite (also Steuerbord kopfüber ;-)). Das Wrack scheint immer mehr nach Stb zu kippen. Grischa hatte schon angekündigt, den Laderaum penetrieren zu wollen. Mir wurde es nach dem zweiten Durchschlupf zu eng – also habe ich mir derweil die Reling und den Laufgang angeschaut. Bei einer Sicht um die 10 Meter ein echtes Vergnügen. Die Backbordwand richtet sich scheinbar zunehmend auf, so dass man an vielen Stellen bereits in den Laderaum leuchten kann. Und da kam mein Buddy auch schon zurück. Weiter Richtung Heck. Auf dem Grund in 23,5 Metern Tiefe flitzen Schollen umher. Der Rumpf ist partiell mit Seeanemonen besiedelt. Ab 20 Meter aufwärts ist das Wasser glasklar.Über dem Kiel steht ein Schwarm junger Dorsche. Zurück am Bug betauchen wir noch die Stb-Seite. Hier versinkt die Bordwand vollständig im hellen Sandgrund. Am Heck angekommen bestaunen wir die riesige Ruderanlage. Naja, 56 Meter Schiff müssen ja auch gelenkt werden. Nach knapp 40 Minuten wird es Zeit für den Rückweg – wir sind schon in der Deko …

„Rosita“ gleitet sanft durch die See. Der Wind hat völlig abgeflaut. Wir fahren Richtung Surendorf und ankern in Sichtweite der TVA. Mein letzter Tauchgang am „Mittelgrundwrack“ ist auch schon Jahre her. An das mächtige, wunderschöne Heck mit Ruder und Antriebswelle kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Dabei gibt es an dem 1914 gesunkenen Motorsegler viel zu entdecken. Zum Bug hin verfällt das Schiff immer mehr. Wir sehen große Tanks, eine Art Turmfundament, Reste eiserner Aufbauten und schöne hölzerne Jungfern der Takelage. Das nur 16 Meter tiefe Wrack ist auf jeden Fall noch einmal einen längeren Besuch wert. Im Umfeld türmen sich die Trümmer – hier gibt es sicher noch einiges zu entdecken.

Nun ist es aber auch schon spät. Außerdem zieht ein donnerndes Gewitter auf. Wir lichten zügig den Anker … und erreichen im prasselnden Regen den Hafen. Beim Einlaufen kommt uns die Seenotrettung mit Bugwelle und Blaulicht entgegen. Ups …
Die nächsten 45 Minuten stellen wir uns unter. An slippen ist bei Starkregen, Hagel und einer Windhose auf der Ostsee nicht zu denken.

Bleibt zu sagen, dass die Tour mit Grischa richtig Spaß gemacht hat. Ein sehr routinierter Bootsführer und entspannter, umsichtiger Tauchbuddy. Perfekter Tripp!

Wir sind die Kinder des Kolumbus
Wir sind die Söhne Magellans
Und wir erkaufen unsre Freiheit
Mit dem Weg übern Ozean
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„Ein Wrack ist Poesie an sich, Poesie des Untergangs.”

(Siegfried Lenz)
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Blacky
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Re: Tornado-Törn vor Eckernförde

Beitrag von Blacky »

Toller Bericht! Danke fürs Einstellen
/Dirk
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Grischa

Re: Tornado-Törn vor Eckernförde

Beitrag von Grischa »

Moin,
bei dem tollen Bericht kann ich nichts ergänzen... bis auf ein paar Bilder.
Hat sehr viel Spaß gemach!

Weiß jemand von euch wieviel Grad Schräglage die Svendborg wann hatte?
Ich würde bei meinem nächsten Tauchgang dieses bei ihr mal messen und vergleichen wollen.

Grüße Grischa
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