Scapa Flow Oktober 2024

Hier ist Platz für Berichte zu Tauchplätzern, Wracks etc. Macht schön Fotos und Videos, wir wollen was zum gucken haben. Ggf. werden einzelne Beiträge von den Moderatoren nachträglich in die Kategorie "Wracks und Tauchplätze" verschoben, um leichter wieder auffindbar zu sein.
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Martin
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Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von Martin »

Hier ein kurzer Bericht zum Tauchen in der Bucht von Scapa Flow vom 06.10. bis 11.10.24
Die erste Etappe der Anreise erfolgte per Auto am 03.10.24 nach Amsterdam – Ijmuiden, um dort die Fähre von DFDS nach Newcastle zu nehmen, Abfahrt 17:30, Ankunft in Newcastle am 04.10.24 09:15, dann per Auto mit einer Zwischenübernachtung nach Scrabster, wo die Fähre von Northlink Ferries am 05.10. um 13:15 nach Stromness / Orkneys ablegte, Ankunft 14:45. Tauchflaschen können gefüllt mitgeführt werden, bei Northlink Ferries sollen sie spätestens 24 h vorher per Internet angemeldet werden, Sauerstoff und Luft sind kein Problem, bei Nx und Tx könnte es Probleme geben.
Direkt neben der Fähre im Hafen von Stromness lag das Boot "Clasina" von Bob Anderson / Halton Charters, https://www.clasina.co.uk/ .
Mittels bootseigenem Ladekran wurde das Tauchequipment einschließlich Doppelgeräte, Stages und Rebreather auf Deck gehievt. Dort suchte sich jeder einen Platz zum Verstauen.
Während der gesamten Zeit konnten die Geräte auf Deck bleiben. Es stehen 6 Doppelkabinen für insgesamt 12 Taucher zur Verfügung. Wir waren 10 Taucher, bei 12 Tauchern ist Vollcharter möglich, aber auch so konnten wir unsere Interessen in den Tourverlauf einbringen. Bob ist der Kapitän, taucht selbst Kreisel und hat einen Teil der Fotos für das sehr empfehlenswerte Buch „Dive Scapa Flow“ gemacht. Weiter an Bord der Gasmixer Craigh, Simon als gute Seele für alles und Vicky, unsere Köchin und Deckshand.
Das Boot „Clasina“ liegt über Nacht im Hafen, um nach dem Frühstück gegen 08:00 auszulaufen zum ersten Tauchgang. Danach gibt es Lunch, so notwendig, werden die Flaschen nachgefüllt, Luft, Sauerstoff und Helium sind an Bord. Nach ausreichend langer Oberflächenpause dann zum zweiten Tauchgang, danach zurück in den Hafen.
Getaucht werden von Sonntag bis einschließlich Freitag täglich 2 Tauchgänge, also insgesamt 12 Tauchgänge, Samstag ist immer An- und Abreise.
Unsere Gruppe entschied sich für das Tauchen an den 3 deutschen Linienschiffen SMS „Markgraf“, SMS „König“ und SMS „Kronprinz Wilhelm“ sowie an den 3 kleinen Kreuzern SMS „Dresden“, SMS „Karlsruhe“, SMS „Cöln“ und dem Minenkreuzer SMS „Brummer“.
Am 06.10. die SMS „Dresden“: 37 bis 38 Meter auf Grund, geringste Tiefe 15 Meter. Das Wrack liegt stark auf der Backbordseite, dreht sich wohl immer weiter mit dem Kiel nach oben, große Teile der Aufbauten und der Bewaffnung sind noch gut zu erkennen, sehenswert auch das Wappenschild und der auf Grund liegende Anker mit Ankerkette. Zweiter Tauchgang zur SMS „Karlsruhe“: 25 bis 26 Meter auf Grund, geringste Tiefe 12 Meter, liegend auf der Steuerbordseite, Reste der Geschütze und der Turbinen sind sichtbar.
Am 07.10. ging der erste Tauchgang zur SMS „Kronprinz Wilhelm“: 38 Meter auf Grund, geringste Tiefe 12 Meter. Sehr interessant die Geschütze, die Reste des Vormast mit Krähennest. Der zweite Tauchgang an diesem Tag erfolgte noch einmal an der SMS „Karlsruhe“, diesmal ein kompletter Tauchgang vom Heck bis zum Bug.
Am 08.10. tauchten wir zweimal an der SMS „Cöln“. Diese liegt auf der Steuerbordseite 36 Meter auf Grund, geringste Tiefe 23 Meter. Obwohl, wie Bob erzählte, vor ca. 3 Monaten ein Teil der Aufbauten zusammenbrach, sind Ruder, Anker, Teile der Räume im Unterdeck, die Bewaffnung und das Wappenschild sehr gut zu sehen.
Am 09.10. führte dann der erste Tauchgang noch einmal zur SMS „Kronprinz Wilhelm“, der zweite dann zur SMS „König“. Dieses Wrack erschien mir persönlich sehr unübersichtlich aufgrund der Zerstörung durch Sprengung der Briten nach der Versenkung, um Material zu bergen. Das Schiff liegt 42 Meter auf Grund, geringste Tiefe 21 Meter. Reste der Kessel und Leitungen sind gut zu sehen, ebenso Teile der Turbinen.
Am 10.10. dann zuerst die SMS „Markgraf“, für mich neben der SMS „Cöln“ eines der besten Wracks. Das Wrack liegt 45 Meter auf Grund, geringste Tiefe 23 Meter. Großartig zu sehen die Reste der Geschütztürme, man konnte zum Teil unterhalb des Wracks in die Räume hineinsehen, steigt dann auf und taucht neben dem Kiel zur Shotline zurück.
Der zweite Tauchgang ging dann zur SMS „Brummer“, 36 Meter auf Grund, geringste Tiefe 22 Meter. Auch dieses Wrack bietet viele interessante Details: Reste der Brücke, ein Scheinwerfer, Kesselanlage, Bewaffnung.
An unserem letzten Tauchtag, den 11.10., entschieden wir uns, noch einmal an der SMS „Markgraf“ und der SMS „Dresden“ zu tauchen“, diesmal mehr ins Detail gehend, was Bewaffnung, Ankerspills und Turbinen betraf.
Ich finde, es lohnen sich auf jeden Fall mehrere Tauchgänge an einem Wrack. Beim ersten Tauchgang gewinnt man einen guten Überblick, beim zweiten kann man viele Dinge vertiefen und Einzelheiten besser erkennen. Die Briefings von Bob waren hervorragend und sehr hilfreich.
Das Tauchen selbst lief sehr ruhig ab. Zur festgesetzten Zeit waren alle bereit, das „Türchen“ an der Reeling wird geöffnet und bei ganz langsamer Fahrt springt einer nach dem anderen ins Wasser und schwimmt oder taucht zur Shotline. Dann geht es abwärts, voller Erwartung schaut jeder nach unten und ganz langsam schält sich der stählerne Koloss aus dem Dämmerlicht hervor, nach etwa 60-70 Minuten einschließlich Deko ist der Tauchgang beendet, Auftauchen an der Shotline oder SMB, dem Schiff ein Zeichen geben, man schwimmt ihm entgegen, greift die außenbords hängende Leine und zieht sich bis zum Taucherlift, dann geht es wieder ohne Anstrengung an Bord. Simon und Vicky warten schon, um zu helfen oder heiße Getränke anzubieten.
Alle Wracks sind sehr eindrucksvoll, schon aufgrund der Größe und der vielen Details, die noch zu erkennen sind. Mittlerweile sind sie zur Heimstatt von Anemonen und vielen
verschiedenen Meerestieren geworden.
Die Wassertemperatur war sehr angenehm: 11 Grad am Wrack, 12 Grad in der Deko und an der Oberfläche.
Insgesamt hat mir das Tauchen an den Wracks in Scapa Flow sehr gut gefallen, ein sehr ordentliches Boot mit einer hervorragenden Mannschaft, hier allen ein herzliches Dankeschön, großartige Wracks, die Schiffe der Kaiserlichen Hochseeflotte sind natürlich der Höhepunkt, obwohl noch andere Wracks dort zu betauchen sind.
Sehenswert auch das Scapa Flow Museum in Lyness, https://www.orkneymuseums.co.uk/our-mus ... ow-museum/ ,
welches wir in einer Oberflächenpause besuchten und auch die Gedenkstätte anlässlich der Versenkung der SMS „Royal Oak“ durch U47 in Scapa Beach.
Dann haben die Orkney-Inseln natürlich noch mehr zu bieten, was den Rahmen hier aber sprengen würde: Siedlungen und Grabhügel aus der Jungsteinzeit bis in die Wikingerzeit und großartige Wanderungen an Klippen und Küsten.
Ich selbst bin nach dem Tauchen noch 3 Tage auf den Orkneys geblieben und weitere 3 Tage auf dem schottischen Festland, bevor es von Newcastle per Fähre wieder nach Amsterdam ging. Allen in unserer Gruppe ein herzliches Dankeschön für die Kameradschaft, ganz besonders Max, Adam, und Kim für die Fotos.
Scapa Flow, ein beeindruckender Platz der deutschen, britischen und europäischen Geschichte, wie man ihn selten findet.
Martin.
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Blacky
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von Blacky »

Vielen Dank @Martin für diesen tollen Bericht!
/Dirk
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Seacam
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von Seacam »

Vielen Dank für deinen Bericht. Ihr hattet offensichtlich viel Spaß.
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Martin
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von Martin »

Hallo Steffen, es war ein großartiges Tauchen, für dich mit deinen
Kenntnissen des Fotographierens wahrscheinlich ein Paradies.
Vielleicht warst du ja auch schon dort.
Viele Grüße.
Martin.
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wracktaucher
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von wracktaucher »

Schön mal wieder davon zu lesen, ich fand die kleinen Kreuzer am schönsten, wie waren 2011 auf der alten Husky dort.
Ave, deus fori, morituri te salutant! Primos veritas morticinus est!

Bild http://www.wracktaucher.de
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von philipaushamburg »

Danke für den Bericht. Wieder was zum träumen
Gruß aus Hamburg
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Beate
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von Beate »

Danke für diese tollen Impressionen 😀
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Schriftbarsch
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von Schriftbarsch »

Vielen Dank für den anschaulichen Bericht und die tollen Bilder. Ich hatte die Tour vor 10 Jahren schonmal gebucht. Dummerweise kam mir damals eine Hochzeit in die Quere ;-) Aber wer weiß, vielleicht komme ich ja doch nochmal hin …
„Ein Wrack ist Poesie an sich, Poesie des Untergangs.”

(Siegfried Lenz)
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philipaushamburg
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Re: Scapa Flow Oktober 2024

Beitrag von philipaushamburg »

Schriftbarsch hat geschrieben: 30.10.2024 00:30:21 Vielen Dank für den anschaulichen Bericht und die tollen Bilder. Ich hatte die Tour vor 10 Jahren schonmal gebucht. Dummerweise kam mir damals eine Hochzeit in die Quere ;-) Aber wer weiß, vielleicht komme ich ja doch nochmal hin …
was steht dem noch im Wege? Geschieden bist du ja inzwischen ;)
Gruß aus Hamburg