Kleine Rebreatherrunde im Juni

Was man so alles ins Wasser trägt (und die meisten von uns auch wieder zurück)
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Nitrogenius

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Nitrogenius »

Dein Standpunkt ist mir meist recht früh klar, nur meist halte ich ihn/sie für falsch oder nicht ausreichend weitsichtig. ;-)

Ich weiß auch nicht warum Du hier schon wieder mein "Tamagotchi" ins Spiel bringst. Um das ging es doch überhaupt nicht.
Ob Du es glaubst oder nicht habe ich mich unabhängig vom Tamagotchi auch mit den generllen Prinzipien von mCCRs beschäftigt und das vollkommen unabhängig vom eCCR.

Weshalb es einen Unterschied machen soll hinsichtlich der Frage welche Zahl an Sensoren sinnvoll und sicher ist in abhängigkeit von mCCR gegenüber eCCR kann ich wiederum gar nicht nachhvollziehen. Wenn mein Messwert falsch ist, dann ist es völlig Hupe, ob dann eine Elektronik auf diesen falsch regelt oder ich mechanisch..
Die Frage 1,2 oder 3 Sensoren hat lediglich etwas mit der Schlüssigkeit und der Verlässlichkeit der Ergebnisse zu tun und die steigt eben mit Zahl der Sensoren.
Wenn dein einer Sensor eben 0,2 bar falsch misst und Du dann de facto 1,6 bar regelst statt 1,4 bar ist es überhaupt kein Unterschied wenn dies die Elektronik ebenso tut. Es kommt darauf an, ob man den Fehler bemerkt. Diesen wiederum kann man eher bemerken bei mehr Sensoren..
Das sich Kondenswasser auf einer Membran unterschiedlich sammelt hat rein gar nichts damit zu tun ob diese nun 2mm auseinander sind oder mehrere Zentimeter. Der einzige Unterschied ist wiederum, dass es sein kann das wenn die Sensoren weiter auseinander sind sie tatsächlich lokal unterschiedlichen relativen Luftfeuchten ausgesetzt sind. Das wiederum ist in meiner Argumentation überhaupt nicht beachtet. ich ging schon von der absolut gleichen Feuchtebelastung aus. Trotzdem werden die Sensoren unterschiedlich messen und genau darum geht es bei der Verwendung mehrerer Sensoren (neben der technischen Redundanz für die es übrigens auch noch die Option der zeitlichen Rotation gibt also 3 sensoren unterschiedlichen Alters und quasi einem Reihumtausch, den ältesten Weg und einen neuen rein).
Wenn Du an verschieden Nass und daher vesrchiedene Werte nicht glaubst, ok, dann glaube es nicht. Ist aber so. Ich möchte wetten dass Du es nicht schaffen wirst in ein und dem gleichen Raum unter kontrolliertesten Laborbedingungen (was Luftfeuchte angeht) auf drei Zellen die exakt gleiche Kondensatschicht zu erschaffen. Es wird immer Kondensattröpfchen unterschiedlicher Verteilung und Größe geben und eben diese rufen die unterschiedlichen Messwerte hervor!

Die Sensoren jederzeit testen kann man beim Tamagotchi übrigens genauso. Und natürlich kann man einen "Offset" = falsches Messergebnis auch berücksichtigen, man muss es eben nur wissen. Die Frage ist, ob man ein Indiz bekommt, dass man die Sensoren testen sollte. Ein solches Indiz wird man nur mit mehreren Sensoren erhalten können. Sonnst müsste man eine Art Regelrythmus (z.B. alle 5/10/15 Minuten ?) machen.

Das die Sensoren in jedem Rebreather auch feucht werden steht für mich im Übrigen vollkommen außer Frage.. Liegt nunmal an der Sache an sich.. Atemluft ist nunmal feucht und ja bei der Reaktion des Atemkalks wird zusätzlich Feuchte freigesetzt.

Unterbewusst regel ich BTW gar nichts mit einem niedrigeren Setpoint, sondern ganz bewusst. Die Wahl von 1,3 bar sieht in der Tat auch vor, dass es noch einen Fehler durch den Messwert geben könnte. Der andere Grund ist die CNS und OTU Belastung. Diese ist bei 1,3 bar und 3 Stunden (CE-Einsatzzeit des Tamagotchi) eben noch im grünen Bereich. Mittlerweile bin ich am überlegen sogar noch einen Schritt weiter zu gehen und während des Aufenthaltes auf Zieltiefe den SP noch weiter zu reduzieren auf 1,2 oder gar auf 1,0. Da auf Tiefe der Vorteil eines höheren SP in der Deko-Pkanung marginal ist und das Risiko (einer Fehlmessung bspw.) ggf. gar nicht wert ist. Ein höherer SP ist erst beim Aufstieg und während der Deko nötig..

Zu Deinen 1,4 und evtl realen 1,6 bar.. Vergiss nicht, dass Du dann nicht nur während der Grundzeit den erhöten PO2 hast, sondern auch während der Deko, denn der "Offset" bleibt. Wenn Du dann eine Stunde auf 1,6 bar warst und dann zur Deko nochmal 20 min - 30 min auf vermeintliche 1,6 (in wirklichkeit dann aber 1,8 bar) gehst, macht sich die Vollgesichtsmaske vermutlich früher oder später nochmal richtig bezahlt ;-)
Wenn Du Dich dann auf 6 m wunderst warum Deine eine Zelle nur 1,4 bar zeigt, obwohl Du bereits auf Rein-O2 gespült hast, könnte es unter Umständen schon zu spät gewesen sein.

Da ich ebenfalls wenig Hoffnung auf Einsicht Deinerseits habe, wünsche ich jetzt eine Gute Nacht ;-)
Immerhin zeigen unsere Diskussionen aber dem unvoreingenommenen Leser, dass es durchaus kontroverse Ansichten zu bestimmten Breichen im Umgang mit Sauerstoff und Kreislaufgeräten geben kann ;-)
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Onkel POM

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Onkel POM »

Nitrogenius hat geschrieben:Wenn mein Messwert falsch ist, dann ist es völlig Hupe, ob dann eine Elektronik auf diesen falsch regelt oder ich mechanisch..
Siehste, da sind wir bei der Antwort, warum ich die Tamagotchis in's Spiel brachte.
Bei einem erkannten Messfehler kann der User drauf reagieren und den Wert korrigieren. Die Elektronik macht das nicht, da sie davon ausgeht, dass die Werte von mind. zwei der drei feuchten Sensoren richtig sind.
Nitrogenius hat geschrieben:Wenn dein einer Sensor eben 0,2 bar falsch misst und Du dann de facto 1,6 bar regelst statt 1,4 bar ist es überhaupt kein Unterschied wenn dies die Elektronik ebenso tut. Es kommt darauf an, ob man den Fehler bemerkt. Diesen wiederum kann man eher bemerken bei mehr Sensoren..
Tut die Elektronik das? Wenn alle drei Sensoren verschieden feucht sind und entsprechend verschiedene Werte liefern, welcher ist dann der Richtige? Die Elektronik nimmt dann sicher auch nur 'ne Quersumme und rundet. Ob das dann aber der richtige Wert ist, weisst Du auch nicht.
Nitrogenius hat geschrieben:Mittlerweile bin ich am überlegen sogar noch einen Schritt weiter zu gehen und während des Aufenthaltes auf Zieltiefe den SP noch weiter zu reduzieren auf 1,2 oder gar auf 1,0. Da auf Tiefe der Vorteil eines höheren SP in der Deko-Pkanung marginal ist und das Risiko (einer Fehlmessung bspw.) ggf. gar nicht wert ist. Ein höherer SP ist erst beim Aufstieg und während der Deko nötig..
Siehste, jetzt argumentierst Du schon wieder eCCR. Bei mCCr ist der Setpoint aber nun mal nicht durchweg konstant und was Du mit Deinem Inspi vor hast, ist für die hier geführte Diskussion nur von sehr geringer bis keiner Relevanz. ;)
Nitrogenius hat geschrieben:Zu Deinen 1,4 und evtl realen 1,6 bar.. Vergiss nicht, dass Du dann nicht nur während der Grundzeit den erhöten PO2 hast, sondern auch während der Deko, denn der "Offset" bleibt. Wenn Du dann eine Stunde auf 1,6 bar warst und dann zur Deko nochmal 20 min - 30 min auf vermeintliche 1,6 (in wirklichkeit dann aber 1,8 bar) gehst, macht sich die Vollgesichtsmaske vermutlich früher oder später nochmal richtig bezahlt ;-)
Wie soll ich denn bitte auf 6m auf einen pPO2 von 1,8 kommen? Wir reden noch immer über Hemmoor oder den PlöSee und nicht über das Blue Hole.
Wenn mein Sensor 0,3 weniger anzeigt, als er eigentlich soll (im Beispiel 1,1 statt 1,4), dann weiss ich nach dem Test, dass ich beim Halten von 1,1 wieder meinen realen Wert von 1,4 habe, der bekannter Massen unbedenklich ist. Auf Deko habe ich dann also nicht 1,8 , sondern 1,3 als Anzeigewert und 1,6 im Loop.
Nitrogenius hat geschrieben:Wenn Du Dich dann auf 6 m wunderst warum Deine eine Zelle nur 1,4 bar zeigt, obwohl Du bereits auf Rein-O2 gespült hast, könnte es unter Umständen schon zu spät gewesen sein.
Echt? Wofür zu spät? Kann bei Deinem Roman gerade nicht so recht folgen.
Weil der Sensor auf der 6m-Deko 1,4 anstatt 1,6 anzeigt und demnach zuvor schon 0,2 mehr im Loop waren? Selbst ein pPO2 von 1,6 gilt allgemein noch für mind. 45 Minuten als sicher. Wenn man mal davon ausgeht, dass man nicht abtaucht und plopp ist der Sensor nass ...
Wie gesagt, in unseren Breiten ... Das sind evtl. 1-2 Stunden auf 10 - 20m (KI-/FL-/HL-Bucht & Co.) oder ein kurzes Ding auf Maxtiefe und dann etwas flacher weiter (Hemmoor/PlöSee).
Nitrogenius hat geschrieben:Immerhin zeigen unsere Diskussionen aber dem unvoreingenommenen Leser, dass es durchaus kontroverse Ansichten zu bestimmten Breichen im Umgang mit Sauerstoff und Kreislaufgeräten geben kann ;-)
Genau. Zum Beispiel, dass man ab einem pPO2 von 1,7 quasi schon tot ist. :lol:

Mir ist nicht wichtig, Dir zu verklickern, dass Deine drei bis vier Sensoren unsicher sind, sondern dass auch der Betrieb mit nur einem Sensor nicht zwangsläufig wesentlich unsicherer sein muss. Ist doch schön, wenn ein mCCR zwei oder drei Sensoren hat. Aber wenn in dieser schmalen Röhre (Sensorhouse) ein Sensor patschnass ist, dann liegt der Verdacht nicht fern, dass die anderen ein oder zwei es mehr oder minder, mit allen Konsequenzen, ebenso sind. Mehr wollte ich nicht klar machen.

Fakt ist letztlich, dass es keinen Unterschied macht, ob man bei einer einfachen Überwachung mit den Düsen spielt oder gleich komplett selbst mischt. Wenn der Sensor komplett im Dutt ist, kackt man mit der Düsenspielerei evtl. genauso ab, wie mit der Mischerei und darum ging es in der Diskussion eigentlich auch nur.
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Nitrogenius

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Nitrogenius »

ok. Eine letzte Erwiderung meinerseits, danach wird wohl alles gesagt sein in jedem Fall würde einfach mal wieder ausarten wenn zwei Sturköpfe aneinanderstossen ;-)
Prinzipiell scheint es mir aber immer in den Argumentationen, dass Du mehr versuchst mich misszuverstehen, als mich zu verstehen, was ich persönlich schade finde. Denn ich schätze den fachlichen Austausch mit Dir und ich bin mir sicher, dass wir bis auf ein paar kleine Randbedingungen (wie z.B. Gefahrenpotential eines hohen PO2) ansonnsten gar nicht so weit auseinander sind. :)

"Siehste, da sind wir bei der Antwort, warum ich die Tamagotchis in's Spiel brachte.
Bei einem erkannten Messfehler kann der User drauf reagieren und den Wert korrigieren. Die Elektronik macht das nicht, da sie davon ausgeht, dass die Werte von mind. zwei der drei feuchten Sensoren richtig sind."
"Tut die Elektronik das? Wenn alle drei Sensoren verschieden feucht sind und entsprechend verschiedene Werte liefern, welcher ist dann der Richtige? Die Elektronik nimmt dann sicher auch nur 'ne Quersumme und rundet. Ob das dann aber der richtige Wert ist, weisst Du auch nicht."

Ich denke Du hast einen falschen Eindruck wie man mit einem eCCR tauchen sollte. Auch und besonders hier gilt die Grundregel Nr1. "Always know your PO2" des geschlossenen Kreislauftauchens! Natürlich erkennt die Elekronik einen solchen Fehler nicht, zumindest nicht vollständig. Bei Abweichungen von > 0,1 bar untereinander gibt es eine Warnung. Soweit sollte es aber gar nicht kommen, denn trotz oder gerade wegen der Elektronik kontrolliert man seine Messwerte auf Master und Slave (die unabhängig voneinander rechnen) ständig (AP sagt in seiner bedinungsanleitung sogar 1 mal pro Minute) Hier ist ebenfalls wie beim mCCR der Mensch gefragt den Fehler zu erkennen und zu beeinflussen wenn nötig! Wenn Du nur einen Sensor hast, wie willst Du einen möglichen Fehler erkennen???

"Siehste, jetzt argumentierst Du schon wieder eCCR. Bei mCCr ist der Setpoint aber nun mal nicht durchweg konstant und was Du mit Deinem Inspi vor hast, ist für die hier geführte Diskussion nur von sehr geringer bis keiner Relevanz."

Ja nachdem Du das Thema aufgebracht hattest bin ich auch darauf eingegangen. Quasi eine Seitendiskussion, denn mit der ursprünglichen Kontroverse hat dies wie ich ja ebenfalls schon sagte nicht zu tun.

"Echt? Wofür zu spät? Kann bei Deinem Roman gerade nicht so recht folgen.
Weil der Sensor auf der 6m-Deko 1,4 anstatt 1,6 anzeigt und demnach zuvor schon 0,2 mehr im Loop waren? Selbst ein pPO2 von 1,6 gilt allgemein noch für mind. 45 Minuten als sicher. Wenn man mal davon ausgeht, dass man nicht abtaucht und plopp ist der Sensor nass ...
Wie gesagt, in unseren Breiten ... Das sind evtl. 1-2 Stunden auf 10 - 20m (KI-/FL-/HL-Bucht & Co.) oder ein kurzes Ding auf Maxtiefe und dann etwas flacher weiter (Hemmoor/PlöSee)."

Bei beschriebenen Tauchgängen mag das noch passen. Bei anderen eben nicht mehr. Davor warne ich eben. nicht mehr und nicht weniger. Wenn Du natürlich erst auf 6 m Deine erste Dekostufe hast und Du erst auf 6m manuelle auf 1,6 bar "hochregelst" dann ist es klar, dass Du meinem "Roman" (schöne Polemik, ich versuchte an sich bei dem thema sachlich zu bleiben) nicht folgen konntest. Ich denke bei solchen Aussagen aber immer an allgemeine TG und nicht bestimmte. In dem Fall also ein Deko TG der eben nicht erst mit Deko auf 6 m beginnt sondern früher. Wenn Du dann tiefer als 6 m Deinen SP manuell nach Anzeige auf 1,6 bar regelst diese aber de facto (allerdings unbemerkt) eine Abweichung von 0,2 bar hat, liegst Du dort dann eben de facto auf 1,8 bar. Dies sagte meien "Roman" aus!

"Mir ist nicht wichtig, Dir zu verklickern, dass Deine drei bis vier Sensoren unsicher sind,"

Danke. Ist aber klar und würde auch wenig Sinn machen, weshalb mehrere Redundanzen zu größerer unsicherheit führen sollte.. Hatte ich aber auch nie so verstanden.

"..sondern dass auch der Betrieb mit nur einem Sensor nicht zwangsläufig wesentlich unsicherer sein muss."

Auch dass habe ich wohl verstanden. Ich stimme aber eben aus benannten Argumenten nicht überein. Ein Sensor ist zwangsläufig unsicherer als mehrere schon allein aus Gründen der Redundanz, v.a. aber wegen unbemerkter Fehlmessung. Ein sicheres Gegensteuern wäre nur mit einer dauenrden Plausibilitätskontrolle möglich, was zumindest im CCR Bereich eine absolute Gasverschwendung wäre..

"Fakt ist letztlich, dass es keinen Unterschied macht, ob man bei einer einfachen Überwachung mit den Düsen spielt oder gleich komplett selbst mischt. Wenn der Sensor komplett im Dutt ist, kackt man mit der Düsenspielerei evtl. genauso ab, wie mit der Mischerei und darum ging es in der Diskussion eigentlich auch nur."

Dies ist kein Fakt sondern eine These in diesem Fall Deine. Ich hatte diese meiner Ansicht nach argumentativ widerlegt. Wenn der Sensor komplett im Dutt ist war doch nie das Thema und das Problem, sondern eine Fehlmessung und deren potentielle Auswirkung und Gefahrenpotenzial! Nochmal: Bei der Fehlmessung bei einer "Düsenspielerei" liegt die Streuung der Fehlmessung auf der sicheren Seite, da ich mich dabei gegen Hypoxie schützen muss und der Sensor, wenn er falsch misst eben weniger pO2 misst als tatsächlich vorhanden ist (richtige Kalibrierung voraussgesetzt!). Bei einer Fehlmessung im CCR Bereich sieht dies anders aus, da gibt es leider keine sichere Seite, also muss eine bestmögliche Messicherheit erreicht werden. Ein Sensor ist sicherlich nicht Bestmöglich!

Kern der Kontroverse:
Weshalb wir uns dabei in unserer Argumentation unterscheiden sind folgende Unterschiede:
-Ich halte das Atmen eines O2-Partialdruckes von über 1,6 bar über längere Zeit unter Anstregung (Arbeitsphase des TGs) für gefährlich/Du siehst dies nicht so
-Du bist der Ansicht, dass gleich feuchte Sensoren gleich schlecht messen/Ich bin der Meinung dass sich die Wassertröpfchen unterschiedlich ausbilden und daher die Zellen unterschiedliche Messergebnisse liefern werden

Dies beiden Unterschiede resultieren in den unterschieldichen Ansätzen und Problemlösungsvarianten. Nicht mehr, nicht weniger. Nun mag jeder selbst entscheiden, wie er das sieht.
Ich bin raus ;-)
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tauchsieder

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von tauchsieder »

Ganz schön clever, diese Diskussion. Ich lese das ja gerne, obwohl ich schon lange nicht mehr mitkomme.

Ich habe einen Vorschlag: Könnten die Experten am Ende eines Beitrags nicht eine kleine Zusammenfassung des Geschriebenen bringen. Ein bis maximal zwei Sätze reichen dafür völlig. Das würde mir den Einstieg in den jeweiligen Beitrag etwas erleichtern.
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Onkel POM

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Onkel POM »

Sorry für den "Roman"! Sollte nicht so garstig rüber kommen, wie es scheinbar ist.
Vielleicht verstehe ich Dich aber falsch, weil Du immer so sagenhaft viel schreibst. Zugegebenermassen schreibe ich teils auch recht viel, wesewegen ich Rainer und sicher auch andere verstehen kann. Allerdings komme ich i.d.R. mit knapp der Hälfte an Geschreibe aus. ;)

Die Kontrolle der Werte auf Master und Slave? Beide zeigen doch daselbe an, oder nicht? Die rechnen zwar jeder für sich (Was eigentlich? Deko doch nicht, oder?), aber eben mit denselben Werten.
Soweit ich weiss, sind die Handsets lediglich pPO2-Anzeigen, die mit dem quergemessenen Wert der drei Sensoren die Magnetventile steuern, eine Änderung der Steuerwerte (Setpoints) ermöglichen und die Sensoren gegeneinander abklopfen. Solange Master nicht ausfällt, hat Slave nix zu sagen.

Einen einzelnen Sensor checke ich, indem ich komplett spüle (darum war mir das schnelle restlose Spülen in einer anderen Diskussion so wichtig) und den Wert mit meiner Tabelle abgleiche. So erkenne ich, ob der Sollwert mit dem Istwert übereinstimmt und wenn nicht, wie weit er abweicht. Dauert geschätzte fünf Sekunden. Die Abweichung gleiche ich, wie weiter oben beschrieben, aus.

Dekostufen unter 6m habe ich bisher nicht angekratzt. Die waren immer schon beim Auftauchen wieder verschwunden. Deko auf mehr als 6m darf man m.W. in Hemmoor auch gar nicht. ;)
Natürlich reisse ich meinen pPO2 nicht schon auf dem ersten Deepstopp auf 1,6. Bis zum 6m-Stopp, ab dem 100% O2 sinnig sind, bleibt der pPO2 auf 1,4. Was anderes habe ich aber auch nie geschrieben.
Mit der Beispielrechnung sollte lediglich verdeutlicht werden, dass auch mit Nitrox-Rechnern mCCR-TMX-TG möglich sind.

Wenn ein Sensor falsch (wir stellten fest, etwas zu wenig) misst, dann ist sowohl beim SCR mit Düsenspielen, als auch im mCCR mehr Sauerstoff im Loop, als das Display anzeigt. Wo ist da der Unterschied, bzw. das im Gegensatz zum SCR erhöhte Gefahrenpotenzial? Das hast Du noch immer nicht untermauert. Die Gefahr der Hypoxie besteht doch nur dann, wenn der Sensor zu viel anzeigen würde, was er aber erfahrungsgemäss nicht tut. Wo sollen die Millivolt für die Mehranzeige auch herkommen? Also sieht da m.E. im CCR-Bereich überhaupt nix anders aus.

Bezüglich des erhöhten pPO2 unterstellst Du mir falsches und nie gesagtes.
Auch ich befürworte die Atmung eines pPO2 von über 1,5 über längere Zeit nicht.
Wozu ich aber stehe, ist die Aussage, dass eine kurzfristige Überschreitung der 1,8-Grenze (seinerzeit eine Diskussion über einen Wert von 2,0) nicht gleich zu tötlicher Gefahr führt. Wie gesagt, haben Freiwassertests (schon Anfang des 19. Jahrhunderts) ergeben, dass nur wenige Testkandidaten auf eine kurzfristige Erhöhung des pPO2 von über 3 mit Krämpfen reagiert haben und wie gesagt, hat sich an der Physiologie der Menschen bis dato eher wenig geändert. Warum also sollte es heute, bei allen neuen Erkenntnissen, anders sein? Dass es nicht gesund ist, wissen wir alle. Ebenso erwiesen dürfte sein, dass solche Krämpfe nicht schlagartig und wie eine Spastik auftreten, sondern sich bei so geringen Überschreitungen durchaus merkbar ankündigen und verschiedene Stärken haben. Die Sypthome werden in jedem guten Nitroxkurs beschrieben.

Vierschieden nasse und verschieden messende Sensoren sind ja noch viel schlimmer! ;)
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Nitrogenius

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Nitrogenius »

Na gut, geht ja sachlich, also doch noch etwas weitere Vertiefung, da in der Tat auch ein paar Missverständnisse zu bestehen scheinen.

Der "Roman" kam nicht garstig rüber, sondern ich fand ihn an der Stelle deplaciert ;-) Auch ich versuche mich kurz zu halten, aber da eben die Mißverständnisse entstehen hole ich lieber etwas weiter aus. Hat aber wohl auch nicht geholfen, also wieder ein versuch kürzer zu werden :)

Master und Slave zeigen immer leicht unterschiedliche Werte an. Beim Classic Inspiration rechnen sie natürlich keine Deco. Rechnen aber die Messwerte der zellen selbst, die sie getrennt voneinander abgreifen unter Berücksichtigung der Kalibrierungswerte unabhängig voneinander um. Wenn hier die Werte Abwwichen ist es ein Indiz, dafür das ein Controller (oder beide?) nicht richtig funktioniert --> Zeit mal die Zellen und Werte auf plausibiltät zu prüfen (z.B. durch Spülen mit Diluent)

Wie Du einen einzelnen Sensor checkst ist klar. Die Frage ist, wie oft machst Du das? Gegen die Nutzung einer Zelle im SCR betrieb habe ich ja auch kaum Vorbehalte (nur wenn es um eine Überschreitung der MOD des Premixes geht). Hier ist der Gasverlust ja auch in Grenzen, da man eben ohnhine nur halb geschlossen ist. Ansonnsten bleibt es wie beschrieben. Die sensorabweichung ist maximal nach unten und damit auf dert sicheren Seite.. Also kein Problem.
Da sprachst aber auch über den CCR (dabei agel ob m oder e) Modus.. Hier ist auch eine Abweichung nach unten gefährlich bzw. kann gefährlich werden.
Das Beispiel hast Du selbst genannt, wo es zutreffen würde.. Du fährst auf 1,4 aber bist in Wirklichkeit schon auf 1,6 weil Dein Sensor falsch misst. Evtl. wird die Abweichung sogar noch größer. dann wirds wirklich haarig wenn Du das nicht merkst. Daher die Frage wie oft willst Du denn den einen Sensor auf Plausibiltät durch Spülen prüfen im CCR Modus. Hinreichend sicher könnte ich mir z.B. 5 Minuten Takt vorstellen. Das bedeutet aber im CCR Modus einen ordentlichen Gasverlust über den TG. Einmal musst Du den Flow abstellen, mit Diluent prüfen, Den Flow wieder anstellen und den PO2 wieder hochfahren. Bis Du den Po2 wieder da hast wo Du ihn haben willst, wirst Du Dein Loop Volumen sicher auch ein paar mal anpassen müssen, was bei CCR immer gleichbedeutend ist mit Gasverlust. In dem Fall dann sogar wertvoller Sauerstoff.

Was die "Unterstellung" angeht, verweise ich nur auf Dein 1,4 - 1,6 real Beispiel hin. In Zusammenhang mit dem Beispiel sprachs Du von Grundzeiten selten über 60 min..
60 min auf 1,6 bar PO2 finde ich schon recht heftig und brachte mich zu dem Schluß, dass dies für Dich "absolut ok" und unkritisch betrachtest. Es freut mich, dass Du dies nun relativierst.
Bei pO2 über längere Zeit atmen sind wir uns dann ja scheinbar einig (wobei längere Zeit noch zu definieren wäre ;-) )
Ich würde jetzt mal längere Zeit über 1,5 als > 20 min sehen und bei 1,6 bar dann aber schon im geringen Minutenbereich..
Wenn Du dem übereinstimmst (v.a. der zeit bei 1,5 bar) dann kann ich Deine Haltung bzgl. 1,4 bar als Setpoint bei CCR und nur ein Sensor nicht recht nachvollziehen. Mir wäre dies dann definitiv zu dicht an der "schädlichen" Sauerstoffobergrenze..
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Nitrogenius

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Nitrogenius »

Eines hatte ich noch überlesen:
Onkel POM hat geschrieben: Ebenso erwiesen dürfte sein, dass solche Krämpfe nicht schlagartig und wie eine Spastik auftreten, sondern sich bei so geringen Überschreitungen durchaus merkbar ankündigen und verschiedene Stärken haben.
Die Aussage für die "Ankündbarkeit" der Krämpfe halte ich so für falsch. Kann sich ankündigen, muss aber eben nicht!
Hast Du Quellen für das erwiesene?
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tauchsieder

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von tauchsieder »

Meines Wissens gibt es in der Literatur nur 2 belastbare Fälle, in denen ein plötzlicher O2-induzierter Krampf bei kurzer Exposition kam. Einer davon war ein Druckkammerversuch mit einem piO2 in (in Wirklichkeit) unrealistischer Höhe, der zudem bezüglich des piO2 fast stets falsch zitiert wird - natürlich in bester pädogogischer Absicht. Muß ich mal raussuchen.

Ansonsten: Praktisch jeder Tauchlehrer hat eine pädagogisch wertvolle Geschichte von mindestens einem Onkel/Neffen/Tauchschüler/Freund/Irgendwem parat, der "erst letzthin" einen unangekündigten O2-Krampf hatte.
Bei näherem Nachbohren löst sich dann alles in Luft oder Beschimpfung des Zweiflers auf. Diese Geschichten haben ungefähr den Wert und das Niveau der "Spinne in der Yucca-Palme".
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Onkel POM

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Onkel POM »

Mal dem bestehenden Missverständnis entgegengewirkt:
Grundzeiten von 60 Minuten ok, aber nicht bei 1,6!
Ein pPO2 von 1,4 ebenfalls nur auf Zieltiefe (im Beispiel 55m), denn weiter oben habe ich die für die Dekoberechnung mittels Nitrox-Rechners nötigen 21% O2 schon mit weit weniger pPO2. 1,4 wäre bei dieser Art der Dekoberechnung der Wert mit den meisten Sicherheitsreserven.
Wenn ich also auf Zieltiefe für zehn oder zwanzig Minuten - eher weniger (man beachte die Dekozeiten von gesamt 35 Min bei 10 Min auf 55 und von satten 90 Min bei 20 Min auf 55m -wie gesagt, ich rechne dann 21% offen-) einen sensorbedingen Anstieg auf 1,6 hätte, wäre das keinesfalls ein Problem. Weiter oben fällt der pPO2 dann immer weiter und würde sicher kaum noch über 1,2 gehen. Erst ab der 6m-Stufe lägen wieder max. 1,6 an.

Die offiziellen, als sicher geltenden, maximalen Expositionszeiten für Sauerstoff:
pPO2 von 1,6 für max. 45 Minuten (nix geringer Minutenbereich)
pPO2 von 1,5 für max. 120 Minuten
pPO2 von 1,4 für max. 150 Minuten
Darunter entsprechend mehr

http://www.htsv.de/folien/download.php? ... ox_TL1.pdf (Seite 14)

Wie oft Sensor checken? Ich denke, alle 30 Minuten dürfte reichen.

Die Quellen für das pPO2 3,0 Experiment hatte ich mal gepostet, suche sie jetzt aber nicht mehr raus. Frag mal bei der Tauchguerilla nach. Da war das glaube ich seinerzeit. ;)
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Onkel POM

Re: Kleine Rebreatherrunde im Juni

Beitrag von Onkel POM »

Danke Rainer! :D