am 3.6. hatten wir ja eigentlich unsere normale Feierabendtour geplant. René wollte in der Sonne liegen und mir eine Dichtung am Motor auswechseln und später noch auf nen Geburtstag, daher war das Ziel, um 2000 wieder an Land zu sein. Keno, Arndt, Zille und Ingo hatten sich außerdem angekündigt.
Wir trafen uns also um 1700 am Boot und hinter uns lag schon der erste Motorschaden, den die DGzRS hereingeschleppt hatte. Das Rettungsboot war schon wieder unterwegs. René witterte sofort das Geschäft und schnackte bereits mit den Herren auf dem Segelboot, während wir das Gerödel verluden. Kurz darauf meldete er sich ab mit dem Hinweis: "Geschäft geht vor."
Gut, wir waren aufgrund des Wetters nicht sooo böse und entschieden uns, zunächst die Tjalk Falshöft anzusteuern. Bei spiegelblanker Ostsee passierten wir kurz vor der Birk Renés nächstes Opfer im Schlepp des Rettungsbootes. Uns war es recht, denn nun hatten wir keinen fixen Endtermin mehr und da die Mittsommernacht nahe war, waren die Abende ja laaaaaaang.
Wir erreichten die Tjalk nach ca. 20 Minuten Fahrt, machten das RIB schnell fest und auf ging es. Bei dem Wrack handelt es sich (immer noch) um eine große, stählerne Tjalk, die in einem Stück vorhanden ist. Die Seitenschwerter liegen neben dem Rumpf auf dem Grund, der Mast ist sauber gelegt auf dem Deck. Das große Brückenhaus ist teilweise eingestürzt. Einige Seitenwände stehen noch. Das gesamte Wrack ist vollständig mit Blumentieren bewachsen/besiedelt und es befand sich auch bei diesem Besuch eine ganze Menge Dorsch am Wrack. Besonders die Auskolkung am Bug, backbord lohnt sich wenn man große Fische angucken will.
Ich habe wie immer gefilmt aber dieses mal eine Screenshots vom Video gemacht, statt einen Film zusammenzuschneiden:








Die Sicht war dieses mal wieder OK, wir hatten einen leichten "Wind" im Wasser.
Nach dem Auftauchen bemerkte ich einen Anruf auf dem Telefon. Ein Freund hatte sich gemeldet und erklärt, er sei gerade an der Giftbude (Schleimünde) vorbeigesegelt mit einer Cat Flotille. Sie wollten den Abend bei Kegnaes ankern und grillen...
Während ich so grübelte wurde spontan beschlossen, noch ein weiteres Wrack zu besuchen. Die Wahl fiel auf Peter Maria ganz in der Nähe von Kegnaes. Weil wir alle lange nicht dort gewesen waren. Ich schon zwei Jahre nicht. So wurde scih mit vernünftigen 25 Knoten bei absolutem Ententeich in die Nähe von Kegnaes verlegt.

Dort angekommen griff ich zum Telefon und schaute mich um. In etwa einer Meile Entfernung konnte ich am Ufer eine Catflotille ausmachen. "Claus, wir machen jetzt noch nen Tauchgang und kommen dann vorbei. Lasst uns ne Wurst und ein kaltes Bier übrig."
Die Peter Maria ist ein hözerner Ewer, der angeblich Ende des 19. Jh gebaut wurde. Das Wrack liegt nördlich der Sophie. Es ist ein kleines Fahrzeug gewesen, dass nach dem Zerfallszustand schon länger an seinem letzten Platz liegt. Es ist am Wrack mit 28m halbwegs tief und meis recht dunkel, da der Boden ziemlich moorig ist. Die Ladung aus gelben Ziegeln ist für Wracks an der Felnsburger Förde typisch, da die kleinen Hökzernen Frachtsegler früher die Waren der Ziegeleien transportierten. Viele Zeugen dieser Handelstätigkeit kennen wir heute: Emanuel, Hermann, Mustenvraget oder eben Peter Maria. Man kann den Bugsteven und Spantenreihen sowie Laderäume noch gut erkennen. Ansonsten ist das Wrack ein ziemlicher Bretterhaufen, der aber doch einen großen Reiz aufgrund der dunklen Stimmung und der großen Fische hat.
Bei dem TG wurde auch wieder ein Dorsch, der an einem Vorfach hing operiert.
Wieder einige Screenshots:









Nach dem Auftauchen ging es dann kurz hinüber zum Fiskersand, wo wir inmitten der Segler das Rib an den Strand legten und sofort herzlich empfangen wurden. Während wir hervorragend mit Würstchen, Grillfleisch, Bier und selbst importiertem Rum versorgt wurden, wurde viel gefachsimpelt. Über das große RIB mit dem wir unterwegs waren, über die Ausrüstung, die wir mit uns herumtrugen und über die Wracks in der Gegend. Eine nette, wenn auch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit leider recht kurze Runde! Vielen Dank nochmal für die hervorragende Bewirtung!
Als die Sonne hinter dem Broager Land verschwand mussten wir auch los. Schließlich wollten wir noch bei Licht wieder fest liegen. Wir verabschiedeten uns also und überquerten noch einmal in einer viertelstunde die Geltinger Bucht.
Gegen 2230 waren wir dann auch wieder an Land.
Kurzum: René, war gar nicht schlimm, dass Du die Arbeit unserer Gesellschaft vorgezogen hast.
Tim