(B)SATE
am 3. und 4. 11. 2012 in Westerholz und um die Flensburger Förde herum
Die Idee zum (B)SATE hatte ich eigentlich als ich mir Gedanken darüber machte, einmal ein Tauchevent mit und für die FB-Gruppe Tauchen in Deutschland auf die Beine zu stellen. Erste Kontakte mit den dortigen Moderatoren waren schnell geknüpft und schnell gab es eine Unmenge Forderungen, was zu erfüllen wäre. Frank (TZAH) und ich schlossen uns kurz und versuchten, das Thema hinzubekommen, doch die ganzen Forderungen, die vor uns aufgebaut wurden führten dazu, dass wir das Event nach einigen Wochen des Kopfzerbrechens kurzerhand absagten. Es machte einfach keinen Sinn, die Gedankenwelten von uns und den Administratoren dieser FB-Gruppe passten offensichtlich nicht zusammen. Schade.
Doch was nun anfangen mit der Idee? Es kam hinzu, dass im Förderschlosserforum zur geplanten Zeit das HBTE stattfinden sollte, so das eine Terminüberschneidung und allzu große Terminnähe auch zu vermeiden war. Dann noch einige Terminschwulitäten beim HBTE, die ich im stillen abwartete und die sehr hartnäckige Algenblüte, die uns noch Anfang bis Mitte Okober den einen oder andern Tauchgang versaute und schließlich tat sich ein recht später Termin zum ersten November Wochenende auf.
Gesagt getan: Es gibt einen Termin, ein Boot, eine Unterkunft...
Die ersten Taucher fanden sich am Freitagabend am Ferienhaus in Westerholz ein und nahmen die Unterkunft in Besitz. Es wurde sich am Kaminfeuer zusammengefunden und in gemütlicher Runde das eine oder andere Kaltgetränkt zu sich genommen. Die Absprache für das Frühstück am nächsten Morgen wurde noch gemacht und dann ging es auch schon in die Koje, denn 10 Uhr starten war aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit schon etwas notwendig.
Ich sah die Truppe dann am Samstag gegen 10 Uhr am Liegeplatz der Spirit wieder. Um genau zu sein: Einen Teil der Truppe, denn die Spirit wurde noch um die Gummiboote von Rocco und Thomas ergänzt, die von Langballigau aus den Nahbereich bearbeiten wollten. Naturgemäß war ich da nicht an Bord und berichte daher von den Touren mit der Spirit an diesem WE.
Als Ziel für den Samstag wurde aufgrund von anfänglich 6-7 Bft aus Süd die Fri ausgesucht. Die Fri und irgendwas was auf dem Rückweg liegt. Wir überquerten also Geltinger- und Sonderburger Bucht, fuhren einmal durch den Sonderburger Hafen und schnurrten dann bei kaltem aber wunderschönem Wetter den Als Sund und den Als Fjord bis zum letzten Ankerplatz der Fri hinauf, die in der Nähe der Fährhafens Ballebro im Als Fjord liegt.
Ich verzichtete auf den Tauchgang, da ich die Fri nicht in allerbester Erinnerung hatte und am Wrack aufgrund der nahen Seekabel Ankerverbot herrscht. Ein Fehler.
Die Taucher (Zille, PhillipausHH, Seenelke, Seacam, Blacky) fanden die Fri vollständig und schön bewachsen bei besten Sichtverhälntnissen vor, die einen kompletten Überblick über das Wrack erlaubten. Mir wurde währenddessen trotz Sonnenschein an der Oberfläche ein wenig kühl.
Auf der Rückfahrt in Richtung Sonderburg wurde das Skelde Vrag als zweiter Tauchplatz ausgemacht. Gegen 15 Uhr fielen hier Anker und Reitergewicht bei immer noch ca. 1m Welle in den moorigen Grund der Sonderburger Bucht. Sei es der Anker gewesen oder was auch immer, schon beim Abstieg kam Steffen mir an der Leine wieder entgegen und machte vielsagende Gesten, die was mit der Sichtweite zu tun haben könnten. Ich drehte um, drehte aber wieder zurück um und dachte – im Wasser biste schon, kannste auch gucken. Gut. Gucken konnteste eigentlich nicht, höchstens tasten und so wurde nach wenigen Minuten der Anker bereits wieder zusammengelegt und sich auf den Rückweg gemacht. Mein zweiter Fehler des Tages war also das Skelde Vrag bzw. dort zu tauchen und an der Fri nicht.
Unterdessen hatten die beiden anderen Boote schöne Tauchgänge an der Z43 und dem Brikettsegler gemacht, letzterer nur 1,5-2sm entfernt bot anscheinend wunderbare Sichtweiten und reichlich Fisch. Ein kleiner Exkurs an den Anfang des Berichts – Es ist eben die Ostsee, man kann leider keine Sichtweiten garantieren. Das macht auch den besonderen Reiz aus.
Zum Abend hin fanden sich um die zwanzig Taucher und „Mit“taucher in Westerholz ein. Es gab die übliche nette Runde, nicht tauchenden Mittaucher(innen) hatten für ein hervorragendes Chili gesorgt und am Kaminfeuer wurde es abermals bei dem einen oder anderen Kaltgetränk so richtig gemütlich. Zu späterer Stunde wurden noch Leinwand und Beamer aufgebaut und es wurden gemeinsam Fotos von der weitgehend vergangenen Saison angeschaut – Aus der Ostsee und von anderen Tauchplätzen, hauptsächlich selbstverständlich die, die weiter im Norden liegen. Später soll es dann auch noch um die Wrackausstellung und die dortigen Sehenswürdigkeiten gegangen sein, hätte ich das gewußt, wäre ich ja vielleicht erst später ins Bett gegangen, doch da war ich schon nicht mehr dabei.
Am Sonntag beganngen wir mit kaiserlichem Frühstück inklusive sehr lecker Rührei, obligatorischem Käffchen, etc. Anschließend wurde das Haus grob geräumt und sich zur Spirit verlegt.
Während Rocco den Tag schon keine Zeit mehr hatte steuerten Thomas und SAM noch einmal die Inger an. Wir wollten eigentlich auch im Nahbereich bleiben, das perfekte Wetter zog uns dann aber doch gen Süden zur Svendborgsund und – ihr wißt schon – irgendwas auf dem Rückweg.
Nach ca. 45 Minuten bei 28 Knoten erreichten wir die Svendborg und Anker + Reitgewicht gingen in die Tiefe. Das Wrack empfing uns mit 7-8m Sicht. Ich zog Blacky und Phillip quasi hinter mir her durch den Laderaum, krabbelte mit Hingabe unter dem Achterdeck herum und musste mich allzu bald auf den Rückweg machen. Der Tauchgang wurde mit 55 Minuten quasi voll ausgekostet – und noch ein oder zwei Minuten länger.
Auf dem langsamen Rückweg schauten wir uns mit dem Sidescan noch einmal das Wrack vor Schönhagen an, welches mich schon seit Monaten reizte, jedoch immer wieder zugunsten von R222 oder der Tjalk links liegen gelassen worden war. Nun war die Zeit gekommen. Also Anker + Reitgewicht wieder rein und zweiter Tauchgang noch einmal an einem unbekannten Wrack.
Wir fanden ein ca. 30m langes Stahlschiff mit einem gut erhaltenen Dampferbug vor. Der Rest lag entweder komplett danieder oder ragte nur noch max. 1m aus dem Boden hervor. Das Wrack war reichlich mit Netzen behangen, die wohl auch der Grund für die starken Zerstörungen sein dürften. Am Achterschiff waren noch Teile der Ruderanlage zu erkennen und hinter einem Netzvorhang saß ein einzelner aber stattlicher Dorsch in einer Höhle. Über dem Achterschiff ging ein vertörntes Sei aus Netzen 5-7 Meter nach oben und driftete, gehalten durch irgendwelche Auftriebskörper mit einem stattlichen Bewuchs in der leichten Strömung. Auf dem Downimaging hatte das Teil mich vor einig Rätsel gestellt.
Alles in allem ein gar nicht mal kleine Wrack mit einer schönen Stimmung.
Wir machten uns mit 30 Knoten auf den Heimweg und waren Punkt 1603 Uhr wieder im Hafen, wo aufgeklart und sich alsbald verabschiedet wurde. Bereits auf der Rückfahrt merkte ich Unheil am Linken Ohr und durfte die nächste Woche mit einer fetten Mittelohrentzündung im Bett verbringen. Denke das war die Strafe dafür, daß ich kopfüber in den Nierder(Auf)gang zum Maschinenraum der Svendborg krabbeln musste.
Tim