Nu aber mal der Reihe nach, Noch vor Morgengrauen am Abreisetag sammelten Silke und ich Seebeer und Moni ein und fuhren zum Flughafen. Dort trafen wir Maren und Zille. Die Luftwaffe, vertreten durch die Legion Condor, karrte uns dann reibungslos nach Hurghada. Auch unser Übergepäck fand für teuer Geld Platz im Flieger.
Die Engländer haben in Ägypten die ihnen eigene überbordende Bürokratie zurück gelassen. Die Ägypter haben diese noch ausgebaut und auch, sagen wirr freundlich, etwas wirr umgestaltet. So werden die Pässe erst mit einem zu kaufenden Visa gestempelt und keine vier Meter weiter wird der Stempel kontrolliert. Wir mußten Meldekarten ausfüllen, welche ohne einen Blick darauf zu werfen auf einen hohen Stapel gelegt wurden. Sinnhaftigkeit läßt sich in solchen Maßnahmen für den einfachen Menschen schwer erkennen.
Läßt sich aber gut ertragen und soll wohl auch ein Gefühl der Sicherheit und Kontrolle vermitteln.
Der ganze Ort macht übrigens einen sehr sicheren und ruhigen Eindruck. Und wir haben uns tief in Hurghada Downtown bewegt. Es gibt viele Sicherheitsposten. So wie auf unseren Weihnachtsmärkten auch. Ausnehmend freundlich und herzlich wurden wir begrüßt.
Unsere Basis war Eurodivers, ortübliche günstige Preise mit klasse Service. Nix mit Ausrüstung und Flaschenschleppen. Da könnten unsere ortsansässigen, heimischen Anbieter noch einiges lernen, da geht noch was.
Allerdings ist das frühe Aufstehen, 6.30, großer Mist. Aber das große Frühstücksbuffet erfordert eben auch Zeit. Und wer zeitig ablegt ist morgen noch mit weniger anderen Booten an den Riffen unterwegs. Es waren ab Mittag überraschend viele Boote unterwegs. In der Hochsaison möchte ich das nicht erleben.
Da ich keinen Neoprenanzug besitze bin ich mit meinen längst ausgemusterten Mobbys Trocki gereist. Dank der eingebauten Umlauf Frischwasser Kühlung wurde mir nie zu warm. Leider gelang es mir während des gesamten Urlaubes nicht, die Kühlung herunter zuregeln. Aber ein unbedeutendes Problem bei 26 Grad Wassertemperatur.
Moni machte einen Padi Advanced Open Water. Scharfe Sache so ein Kurs. Zumindest hatte damit Norbert freie Bahn für seine erweiterten Tauchgänge. So war der Kurs auf jedenfalls sein Geld wert.
Und Moni hat tatsächlich was gelernt. Vor allem navigieren..
Und Biertrinken durch den Schnorchel hat sie gelernt. Ihr Brevet wurde ihr in einer rustikalen Zerononie überreicht. Während Sie mit einer Tauchmaske auf und mit einem Schnorchel im Mund auf den Knien hockte durfte ich, fein dosiert, eine Dose Bier in den Schnorchel gießen. Ich hatte den Eindruck, dass Moni einer zweiten Dose nicht abgeneigt gewesen wäre. Sie hat erstaunlich wenig Bier vergeudet.
Großfisch gibt es bekanntlich an den Riffen von Hurghada höchst selten. So können wir uns mit unseren großen Federschwanzrochen und den jugendlichen Adlerrochen schon sehr als auf der Siegerseite stehend fühlen.
Großfisch findet aber in jeden Briefing seine Erwähnung. Wir haben also jeden Tag von Haien, Napoleons, Schildkröten und Walhaien wenigstens gehört.
Spaß gemacht haben die Riff Tauchgänge trotzdem. Eine taucherische Herausforderung stellen diese Tauchgänge aber nicht wirklich da. Da hat eher das Geschaukel der gestylten Tauchdschunken den einen oder anderen an seine Grenzen gebracht.
Nicht weit von Hurghada, knappe vier Stunden Fahrt mit einen Safariboot, liegt eine Untiefe, Abu Nuhas. Und dort ruhen vier wirklich sehenswerte Wrackś. Die Giannis D. sticht da hervor. Wunderschön anzuschauen in dem blauen Wasser, toll bewachsen mit Korallen. Nicht wie bei uns die Wracks mit diesen scheiss schleimigen kackbraunen Anemonen, sondern atemberaubend schön. Und penetrieren light. Faktisch kein aufwirbelbarer Mutt in den Wracks, lichtdurchflutet und durch die perfekten Sichtweiten auch innerhalb der Wracks nicht wirklich eine Herausforderung. Die Eindrücke davon machen aber ganz großes Kopfkino. Vielleicht schneide ich mal ein Filmchen aus meinen GoPro Schnippseln und zeige den bei einem der nächsten Treffen. Und sogar in diesen wahrscheinlich schon millionenfach betauchten Wrack läßt sich noch eine nicht abgeschraubte, schöne Lampe finden
Der Wind war an diesem Tag nicht unser Freund, und die Rückfahrt mit den RIB zu unserem Safariboot hat bei einigen noch einen hohen Tribut gefordert. So war das Tauchteam für den zweiten Tauchgang doch sehr klein. Natürlich sind die nördlichen Schlosser vollzählig angetreten. Wir haben sogar noch viel Spaß mit den RIB gehabt.
Zusammenfassend läßt sich über den Trip feststellen, dass erstens die Sachsen eine immer gutgelaunte und spassige Truppe sind und wir viel gelacht haben, zweitens das auch so ein Bananetauchen Spaß macht und das die Nummer unterm Strich auch noch spottbillig war.
Und das bei dem Super Hotel!
Auf Kameraden, Abenteuer warten (und Pauschalreisen)