Hallo, liebe Schlosser
Tja, in diesem Jahr bin ich hier im Forum und „in echt“ in Schlosserkreisen recht unsichtbar gewesen. Das Muschelessen war glaube ich tatsächlich das einzige Event, an dem ich in teilgenommen habe. Natürlich nicht, weil ich so wenig getaucht bin, sondern eher, weil ich so viel getaucht bin – nur irgendwie immer grad woanders. 2022 stand unter dem Motto „Weiterentwicklung“ würde ich sagen. Nach meinem BSV-bedingten full stop letztes Jahr, hab ich dieses Jahr meine beiden ausgefallenen Kurse nachgeholt, drei tolle Tauchurlaube gemacht und auch sonst so einiges erlebt.
Ich dachte, wenn ich schon das ganze Jahr über so still hier mitgelesen habe (manchmal noch nicht einmal das, Asche auf mein Haupt), dann kann ich ja zumindest einen kleinen Jahresbericht mit ein paar Bildern hier einstellen.
Nach ein paar Wintertauchgängen am
Banter See und am
Arendsee sowie in
Dänemark war das erste Highlight 2022 eine
Wracktauch-Safari Ägypten auf der MV Tala. Organisiert von Keith haben wir die Nordroute gemacht – vergleichbar mit eurer jüngst erlebten Safari. Im Februar war es allerdings etwas frischer über wie unter Wasser und die Sicht war in Ordnung, teilweise aber auch nicht sooo doll. Den Wracks hat das keinen zu großen Abbruch getan. Thistlegorm, Rosalie Moller und die 4 Wracks von Abu Nuhas – klasse! Alleine drei TG an/in der Thistlegorm, einer davon nachts. Super! An der Rosalie Moller hätte ich mir wirklich gewünscht, dass der Tech1 bereits hinter mir läge – so waren die Grundzeiten trotz Deko doch etwas knapp. Die Nacht-TG waren auch alle echt schön und mit dem Scooter alle vier Abu Nuhas Wracks abzufahren hat auch mega Spaß gemacht.
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Zurück in Deutschland hatte ich ein besonderes Erlebnis: Ich hab meinem Papa zum 75. ein Schnuppertauchen geschenkt. Und er hat natürlich angenommen. Unter Keiths geduldiger Anleitung hat er einen Tag lang im
MonteMare etwas näher kennenlernen dürfen, was seine Tochter immer von den Wochenendbesuchen zu Kaffee&Kuchen abhält

Er war beeindruckt und hatte Spaß, ist aber zu dem Schluss gekommen, dass er dieses Hobby wohl nicht mehr ernsthaft beginnen wird

Wirklich toll, wenn man mit 75 noch so fit ist und sich noch ganz neue Dinge zutraut. Nicht ohne Grund ist er mein Vorbild <3
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Richtung Frühling näherte sich mein GUE Cave 1 Kurs. In Vorbereitung wurden allerlei Wochenenden mit Navigations-, Leinen- und Rettungsübungen in
Hemmoor verbracht.
@Hauke und Christian Schörmer (der in 2021 mein C1-Buddy gewesen wäre) waren tolle Sparringspartner. Die Übungswochenende waren immer extrem lustig...
Aber auch sonst ist einiges passiert. Für Ghost Diving Germany habe ich ein
Schnuppertauchen begleitet, ich hatte die Gelegenheit, mal eine
Vollgesichtsmaske auszuprobieren, die Fortschritte bei den Apnoe-Übungen (auch in Vorbereitung auf den Cave Kurs) waren ganz zufriedenstellen und nach verschiedenen Tauchgängen mit Leih-Scootern hatte ich das Glück, Brar seinen
Suex abkaufen zu können. Endlich ein eigenes UW-Pony! Wurde dann auch regelmäßig ausgeritten
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Einen letzten Overhead-Check hatte ich mir noch vor dem Cave Kurs eingeplant:
Schieferbergwerk Nuttlar. Ein spannendes Wochenende im Sauerland um das mit den dunklen Schächten vor dem Kurs doch zumindest einmal anzutesten. Während Hauke und Christian als zertifizierte C1 Taucher eigenständig rein gingen, könnte ich die Mine in 4 guided dives mit Gregor Malessa und Rolf Movila erkunden. Die Routen und Reichweiten unterschieden sich dabei allerdings gar nicht maßgeblich von Haukes und Christians. Genau genommen hab ich sogar noch eine andere Leinenfarbe gesehen... aber natürlich nicht offiziell

Fazit war in jedem Fall, dass es mir Spaß bringt und mein AMV auch nicht anders ist als im Freiwasser. C1 konnte also kommen.
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Mitte Juni war es dann soweit – der Flieger brachte mich nach Sardinien zum
GUE Cave 1 Kurs. Instruktor war Peter Gärtner. Was ich im Vorwege noch als „notwendiges Übel“ angesehen hatte, dass nämlich alle Höhlen Meereshöhlen sein würden, man sich also erstmal vom Boot aus annähern muss, stellte sich aus Ausbildungssicht als Plus heraus. Navigieren, sein Primary im Freiwasser zu fixieren und richtig heftige Haloclines kennen zu lernen, hatte eigentlich nur Vorteile. Die drei Höhlen, die wir während des Kurses kennenlernten –
Bel Torrente, Bue Marino und Grotta del Fico – waren spannend und unterschiedlich und die Tauchgänge waren wie erwartet gespickt mit Failures, Failures, Failures bis wir deren Behebung im Schlaf beherrschten. Kein Licht, keine Luft, Leine verloren, Buddy verloren, Orientierung verloren (or all of the above), mit und ohne Blindmaske... schon bald konnte einen einfach nichts mehr aus der Fassung bringen. Der Kurs war super, die Tage prall gefüllt mit Theorie, Dry Runs und bis zu 2 Std. langen Tauchgängen und Cala Gonone war als belebter Ort mit seinen unzähligen Restaurants und Bars abends genau das Richtige, um bei einem Ichnusa zu relaxen. Im Nachhinein hätte ich aus dem 1 Tag für die (immerhin 4 ) Erfahrungsdives ohne Instruktor gerne mehr gemacht. Aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich auf Sardinien war. Vor allem Grotta Del Fico ist noch viel zu kurz gekommen!
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Nachdem im Juli mal eine Woche Whisky und Wandern mit Herrn Pfaff auf dem Programm stand – was trotz Mangel an Unterwasserwelt absolut großartig war! – näherte sich im August schon wieder der nächste Tauchurlaub. Zuvor gab es aber noch das eine oder andere Wochenende, an dem ich als Video Diver bei der
DLRG Schleswig-Holstein im Einsatz war. Video Diver klingt größer, als es war. Mit der GoPro begleitete ich zwei Wochenenden lang Rettungstaucher-Anwärter bei Ihren Ausbildungs-TG, so dass später mit Hilfe der Filmchen eine Analyse ihrer Performances vorgenommen werden konnte. Es war mega spannend, einen Einblick in die Ausbildung und die doch sehr von DIR Standards abweichenden Prozeduren zu bekommen. Leinenführer, die ihre Einsatztaucher kontrollierten, unter Wasser Hämmern, Sägen, Gewichte versetzen ... alles Dinge, mit denen ich bisher noch nicht im Berührung gekommen war. Hat großen Spaß gemacht und wird, wenn möglich, ausgebaut. Am Blaulichttag in Bad Bramstedt war ich stundenlang im Tauchcontainer am DLRG-Stand. Weder tief noch dunkel und nur ein bisschen kalt aber sowas von spaßig, die riesigen Kinderaugen vor den Containerfenstern zum Staunen zu bringen. Das kann auch Tauchen sein...
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Im August ging es dann mit Hauke nach
Norwegen. Base Camp war das
Gulen Dive Resort, auf dessen Hof wir im Wohnmobil kampierten. Die Sicht unter Wasser war spürbar schlechter, als es die Norwegen-Winter-/Frühlingstaucher hier in Schlosserkreisen gewohnt sind, aber gefallen haben mir die ganzen Wracks natürlich trotzdem. So lange wollte ich do schonmal hin. Betaucht wurden
Bandak, Solvang II, Frankenwald, Ferndale und
Parat. Letztere wurde nur fast berührt, da wir an den Wracks mit dünnem Nitrox oder Luft unterwegs waren. Das war für mich persönlich mal eine schöne Erfahrung, nach dem GUE-bedingten NX32-Tauchen mal (wieder) mit Luft auf 40m zu sein. Wie vor 25 Jahren...

Der Seewolf Erik und die Vielfalt bei meinen geliebten Seesternen waren ebenso schön, wie die coolen Scooter-Touren an den Steilwänden – nein, man kann der Deko nicht davofahren, man fährt ihr eher entgegen

– und die „Troll Wall“ mit ihrem hängenden Bewuchs. Was Ørjan und sein Benehmen angeht, war ich aufs Äußerste enttäuscht und stand da mit auf die Rebreather Truppe vor uns und die VDST-Truppe parallel/nach uns auch nicht alleine da. Echt unmöglich zum Teil. Aber was soll's... Norwegen an sich muss mehr in die Planung. Nur nicht diese Basis.
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Kaum war das Tauchequipment wieder zu Hause aufgeklart, ging es schon wieder los – diesmal zum
GUE Tech1 Kurs nach
Kroatien. Der Instruktor war Derk und nachdem der dritte Buddy zwei Tage vor Kursbeginn positiv getestet wurde, fand der Kurs nur zu zweit statt. Das war kein Problem. Richtig blöd hingegen war, dass das Wetter nur genau so lange hielt, wie wir mit den Skill-Tauchgängen beschäftigt waren und, als wir bereit für Trimix waren, umschlug, so dass wir nur unsere drei Minimal-TG umsetzen konnten. Alle Fun/Experience Dives wurden gestrichen. Das war wirklich schwer zu verdauen. Da ist man nach Tagen voller Theorie und Dry Runs und Skill Dives ready to go und heiß auf tiefe Wracks und kann dann nicht

Dafür waren die Tauchgänge an der
Vis und der
Lina mit über 25m Sicht der Knaller. Wunderbar! Und mit Trimix so klar im Kopf. Und andersherum betrachtet konnte ich zumindest schonmal ausprobieren, wie es mit D12 und 80cft Stage auf einem sehr stark stampfenden Schiff ist

Dass es an einer Location mit SO VIELEN geilen Wracks so wenig Dives waren und dann die nun explodierenden Heliumpreise ... beides shit aber klar ist: Ich will mehr tiefe Trimix Wrack-TG!

Für 2023 ist schonmal eine Woche auf Malta geplant.
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Die Trimix-Zertifizierung wurde dann auch gleich in Hemmoor ausprobiert. Mit Scooter an die
Mahusa und die
Piper. Das muss man jetzt nicht unendlich oft machen aber ein paar Mal werde ich das schon noch üben, denke ich. Helium haben wir in unserer Füllgemeinschaft jedenfalls ein bisschen gebunkert
Die Cave-Zertifizierung wurde dann noch zweimal dieses Jahr ausgekostet. Zunächst mit einem tollen Sauerlandwochenende und 4 Cave Dives im
Schieferbergwerk Nuttlar (fein) und im
Schieferbergwerk Christine (superklasse, muss ich noch diverse Male hin

) und Ende November dann mit dem letzten Tauchtrip des Jahres – nach
Budapest.
Eine Truppe um GUE Instruktor Sven Nelles hatte sich lose zusammengefunden und es wurde in der
Molnar Janos getaucht, einer Thermalwasserhöhle unter der Stadt. Mit 27°C an der OF und 20°C unterhalb von 10m war das natürlich ein Genuss. Die Sichten waren atemberaubend gut und obwohl alle TG dort geführt sind – ein Blick auf die spinnennetzartige Leinenführung zeigt schnell, warum – waren die 6 TG dort ein hervorragendes Trainingscamp für frischgebackene Höhlentaucher wie mich. Von TG zu TG wurde es tiefer und steiler und enger. Der letzte Tauchtag führte uns bis in 37m Tiefe und durch den sehr engen „alten Eingang“. Spannend von Anfang bis Ende. Und eine hammermäßig gut organisierte Basis und sehr kompetente, nette Guides – 5 von 5 Sternen

Und dann noch die spannende Stadt Budapest, die abends erkundet werden wollte – perfekt! Für Februar ist lose der nächste Besuch geplant... Erstmal war das eine sehr schöne Vorbereitung für das Höhlentauchen im Lot demnächst.
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Tja, uns *zack* ist so ein Jahr um. Weg wie nichts!
Ich freue mich schon auf viele Tauchabenteuer in 2023. Gleich die erste Januarwoche geht es in die Höhlen im
Lot (Frankreich), im Sommer 1 Woche
Trimix-Wracks auf Malta und für November steht lose „
Cenoten Mexiko“ im Kalender. Dazwischen wird üppig
Dänemark,
Sauerland (muss ja auch mal die
Felicitas ausprobieren) und *versprochen*
Ostsee gestreut. Hoffentlich auch dem einen oder anderen aus dieser Runde.

Aber, das klappt schon, jetzt ist das große Kurs-Jahr ja vorbei.
Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest, bleibt gesund und kommt gut ins neue Jahr!
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