Freitagmittag hielt es mich dann aber endgültig nicht mehr im Büro. Einige der Überstunden wurden verbraten und dann gings nach Hause. Dort traf ich Philip. Ob er mir noch helfen konnte... Und ob. Schon saß Philip auf dem Stiga und musste den Rasen mähen. Ich besuchte währenddessen noch zwei Baustellen und fand mich dann gegen 15 Uhr wieder in NGH an. Ein wenig Gefachsimpel hier und da mit den bereits eingetroffenen Tauchern, ein paar Sliphilfestellungen mit dem Kubota und das Abschreiben der ersten Boote folgte.
Philip: Motorenprobleme.
Thomas: Motorenprobleme.
Alsbald wurde der Grill in gang gesetzt und zum gemütlichen Teil übergegangen. Zu fortgeschrittener Stunde mussten Lillbaztard und Deepspace sich dann doch noch auf einen Ufer- Nachttauchgang aufmachen. Ich ging lieber schlafen.
Am nächsten morgen trafen wir uns alle zum Frühstück auf der Terrasse. Fast alle. Familie Lillbaztard & Dory lag offensichtlich noch in sauer. Nach Sliphilfe bei Rocco und was weiss ich wem alles noch ging es dann erstmal nach Gelting Mole, um die Spirit zu holen. Dort angekommen dachte ich mir nichts böses, schaltete die Zündung ein, ging zur Vorleine und – BEEEEEEEEP – Der Motorenalarm ging los. Ich wieder nach hinten, dachte immer noch nichts böses. Wohl zu lange die Zündung an gelassen, ohne dass der Motor lief. Mitnichten! Das Display warf mir nicht weniger als ACHT Fehler mir roten Stoppschildern dran entgegen. Und rotes Stoppschild sieht beim Mercruiser nicht nur unschön aus, der meint das auch genau so. NICHTS GEHT MEHR.
Wildes rumgedrücke auf den Tasten brachte keine durchgreifende Besserung und so telefonierte ich schließlich wieder einmal mit Rene, der es aber auch so nicht genau sagen konnte. Ich versuchte mich unterdessen daran, die Fehlermeldungen einfach mal zu löschen und anschließend die ganze Kiste vom Strom zu nehmen. Dann kompletter Reboot und siehe da: Ist auch nur Windows drinne. (Rene stellte einige Tage später beim Auslesen des Motors jedenfalls keine Fehler fest).
Es ging also los. 4-5 aus West auf dem Weg aber das ist nicht wirklich das Problem. Es sollte außerdem langsam abnehmen. In NGH angekommen fanden sich eine große Anzahl Taucher am Strand. Alle Ordnungsversuche (Ihr da, ihr dort rüber...) halfen nichts. Es waren zu viele. Der Plan: Zur Klit, ein Boot dort vor Anker legen (Kris, der so langsam auch angekommen war) und mit der Spirit dann Pendelverkehr. Gesagt getan.
An der Klit angekommen war die Enttäuschung jedoch groß. Bereits zwei Tauchboote (nicht von uns) lagen dort und verstopften das ganze Wrack. Eines war die Wiking!!!! Ich beschloss, weiter zu fahren. Als Ausweichwrack wurde der Brikettsegler angefahren und versucht, die anderen per Seefunk zu benachrichtigen. Ich bekam aber keinen zu fassen. Nach einiger Zeit meldete sich Kris – da waren meine Taucher bereits im Wasser – Er wäre jetzt auch bei der Klit, hätte mit der Wiking geschnackt, die würden jetzt abhauen und er bleibt da. OK, ich konnte auch nicht mehr weg, meine Leute waren bereits unten. Also Pech für die an Land gebliebenen. Tut mir leid.
Nachdem ich meine Taucher wieder hatte, versuchte ich noch unüberlegt, hinter einer versinkenden Flosse von Dirk hinterherzuspringen. Den Trocki hatte ich glücklicherweise zu gemacht aber Blei auch nicht. Es kam wie es kommen musste: Auftrieb wie ein Korken, die Flosse erwischte ich so nicht und auf dem Rückweg haute ich mit erst den Schädel und dann den Nasenrücken am Safety-Bar der Spirit ein.
Zurück in NGH (aber nicht ohne eine Ehrenrunde um die Wiking zu drehen) waren die an Land gebleibene Taucher inzwischen von Deepdark zu einem wunderbaren Naturtauchgang gebracht worden.
Wir hatten zu diesem Zeitpunkt neun Boote in Betrieb: Lillbaztard, Rocco, Thomas, Philip, Zille, Deepdark, MrsSnake, die Spirit und das Boot von Alex.
Nach einiger Crewwechselei ging es für uns zur Sophie. Diese war abermals durch einen roten Riesenkutter verstopft und wir wichen somit zur Peter Marie aus. Diese war bereits von Zille angefahren aber da Zille gerade wieder hoch kam, konnten wir anschließend einen schönen Tauchgang an der Peter Marie machen. Der Dorsch war allerdings verscheucht.
Anschließend ging es zum gemütlichen Teil wieder nach NGH. Auf der Terrasse wurde gegrillt, Taucherlatein gesponnen, sich selbst geräuchert und ansonsten jede Menge Alkohol konsumiert. Ich habe ehrlich gesagt nicht gezählt. Wie viele waren wir wohl? Dreißig Leute?
Zu fortgeschrittener Stunde fuhr der kleine Bastard dann abermals hinaus zu einem Nacht-Boots-TG – mir war bereits klar, was das für den nächsten morgen bedeuten würde.
Am Sonntagmorgen wurde gemeinschaftlich bei bestem Wetter gefrühstückt. Neue Pläne wurden geschmiedet. Wir waren aber immer noch zu viele Leute für die Boote und so beschlossen wir, im Nahbereich zu bleiben. Wir machten also einen Tauchgang an der Klit und brachten dort einen Geocache an. Anschließend ging es zur Sophie, wo wir auch noch etwas zu erledigen hatten. Das war übrigens mein erster Tauchgang an der Sophie seit dem letzten Tauchgang mit Heinz. Fast ein Jahr nicht mehr dort gewesen...
Schließlich ging es zurück nach NGH, begleitet von dem einen oder anderen Schweinswal. Die Taucher wurden an Land gescheucht und das Boot dann nach Gelting Mole gefahren, während ein weiteres mal der Grill angeheizt wurde. Es ergab sich abschließend noch das eine nette, kleinere Runde und erst zu fortgeschrittener Stunde war das Wochenende dann beendet.
Ich möchte trotzdem noch ein paar kritische Anmerkungen machen:
Leider ist es uns dieses Jahr zum ersten mal nicht mehr gelungen, alle Leute zu mindestens einem vernünftigen Wracktauchgang zu bringen. Es tut mir leid für die, die sich drauf gefreut hatten und dann trotzdem leer ausgingen. Vielleicht sind wir inzwischen einfach zu groß geworden, um dieses noch zu leisten. Sicher hatten wir auch Pech wegen der Bootsausfälle.
Ich finde es außerdem schade, wenn eingefahrene Tauchercliquen den Rahmen dieses Events nutzen, und mit fester Crew (ich tauche immer mit dem / mit denen) schon ankommen und dann ihren Stiefel durchziehen ohne Rücksicht auf die, die am Strand zurück bleiben. Ich würde es besser finden, wenn sich alle Skipper in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen würden und nicht auf fixe Touren/Crews bestehen würden. Dieses ist im übrigen eine Entwicklung, die ich zuletzt auch im Forum allgemein beobachtet habe, wo die meisten Touren quasi im geschlossenen Kreis abgesprochen werden. Schade (aber ein anderes Thema).
Für mich persönlich kam dieses mal der Spaß zu kurz. Ich ging am Freitag total gestresst in das Wochenende hinein und kam am Sonntagabend noch gestresster wieder heraus. Wir haben jetzt fünf von diesen Events durchgezogen und ich muss sagen, dass bei mir noch immer die Luft raus ist. Und das noch zwei Wochen später.
Wir sollten uns Gedanken machen, wie wir mit diesem Event weiter verfahren wollen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich noch einmal Slipdienst, Landdienst und Fährmann gleichzeitig geben werde. Leider habe ich auch kaum Fotos machen können.
Für mich bleibt daher vom Buchttauchen 2012 neben vielen schönen Erinnerungen leider auch ein fader Nachgeschmack.
Müde Grüße
Tim