Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Wismar, Warnemünde bis Kap Arkona auf Rügen
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Rocco
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Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von Rocco »

Im Frühjahr 2012 ließ mich eine folgende Zeitungsmeldung aufhorchen.
"Schraubendampfer Großfürst Konstantin" in der Ostsee vor Hiddensee gefunden.
http://www.n24.de/n24/Wissen/History/d/ ... -1861.html
Bisher hatte ich noch nichts von diesem Schiff gehört. Nach kurzer Beschäftigung mit dem Thema war klar, dass es sich um ein ziemlich interessantes Wrack handeln muss. Aber es wurde noch besser. In den Monaten nach der Pressemeldung entbrannte ein Streit zwischen Archäologen um die Identifizierung des Wrackes. Die eine Partei, der Verein "Archaeomare - Institut für marine und maritime Forschung e.V. ", schwört darauf das es sich mit großer Sicherheit um die Großfürst Konstantin handelt, während der Landesverband für Unterwasserarchäologie Mecklenburg-Vorpommern e.V. der Meinung ist, bei dem Wrack müsste es sich um ein deutlich jüngeres Schiff handeln.
http://www.t-online.de/nachrichten/wiss ... wrack.html
http://www.uwa-mv.de/index.php/archiv/i ... stantin-ii
http://www.archaeomare.com/
Nach Studium der Seekarte von diesem Gebiet war schnell eine Wrackposition ausgemacht, die als letzte Ruhestätte dieses Dampfschiffes in Frage kommen könnte. Als Ausgangshafen wählten wir, dass in den Boddengewässern der Insel Rügen gelegene Schaprode. Der Anfahrtsweg zum Wrack betrug von dort 12sm und stellt aufgrund der Knappheit von Sliprampen auf der Insel Rügen, die günstigste Möglichkeit dar um zum Wrack zu gelangen. Die ersten 6sm ging es relativ geschützt durch die interessanten und navigatorisch schwierigen (eigene Erfahrung ;-) ) Fahrwasser zwischen Rügen und Hiddensee Richtung offene Ostsee. Das Wrack selber liegt ohne Landschutz im Nordwesten von Rügen in 21m Tiefe auf festem Sandgrund. Die Position stimmte und schon auf dem Sidescan sahen wir, dass es sich um mehrere größere Teile handelte. Unten am Wrack war die Sicht, wie schon aus diesem Gebiet gewohnt, mit >10m super. Das Wrack des alten Dampfers war stark zerfallen und besteht im wesentlichen aus 3 Hauptteilen. Dem Bug mit Stockanker, Klüverbaum, Ankerwinsch ,Resten von Innenräumen, großem Mast und Decksteilen. Das nächste größere Wrackstück ist der mittlere Schiffsteil mit Dampfmaschine und Rumpfresten. Am Ende des zerfallenen Schiffes ist der Rest des Heckes vorhanden. Der Propeller ragt aus dem Sand und das Ruderblatt fehlt. Alles in allem, sind die gesamten Reste ca. 55m lang und teilweise bis zu 3m hoch. Es macht Spaß dort zu tauchen. Es gibt viel zu sehen und es macht sich Eindruck breit, an einem sehr alten Schiff zu tauchen.
Ich denke das der Verein "Archaeomare e.V." und allen voran Herr Förster recht haben könnte mit der Theorie das sich um den Schraubendampfer "Großfürst Konstantin" handelt. An ähnlichen Schiffen wie z.B. den Schraubendampfer "Oliva" (gesunken 1869) und dem Schraubendampfer "Archangelsk" (gesunken 1886) haben wir schon vor Mandal in Norwegen getaucht. Der Erhaltungszustand erinnerte mich stark an diese beiden Wracks. Ich gehen deshalb nicht davon aus, dass es sich bei diesem Wrack um ein Schiff handelt welches nach 1920 gesunken ist. Ist aber wie gesagt nur meine Meinung und ein persönlicher Eindruck. Man sollte in jeden Fall noch weitere Untersuchungen anstellen und ich hoffe das sich die Denkmalschutzbehörde nicht dagegen sperrt.
Die Rückfahrt vom Wrack gestaltete sich ein wenig ruppig, da der Wind mit ca. 4Bft aus Südwest eine doch recht unangenehme, steile Welle aufgebaut hatte. Wir betauchten vor Dranske noch einen zerfallenen Kümo in nur 11m Tiefe bei guter Sicht und heftiger Oberflächenströmung und fuhren dann wieder zufrieden mit 2 neuen Wracks im Kopf nach Schaprode.

Mal schauen was weiter passiert,
Viele Grüße Rocco!
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Zille
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von Zille »

Danke Rocco für deinen Interessanten Bericht.

Gruß Thomas
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Tim@BlueSpirit.de
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von Tim@BlueSpirit.de »

Danke für den bericht, da hast Du ja wieder was feines ausgegraben!
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SAM
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von SAM »

Hey Rocco, war bestimmt ne klasse Tour!
Hoffe wir kommen bald mal wieder zusammen los :)

Gruß
SAM
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upev

Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von upev »

Rocco hat geschrieben: Man sollte in jeden Fall noch weitere Untersuchungen anstellen und ich hoffe das sich die Denkmalschutzbehörde nicht dagegen sperrt.
War letztes Jahr zusammen mit dem Verein Archaeomare an der "Großfürst Konstantin". Wir hatten allerdings sehr starke Oberflächenströmung, hingen waagerecht an der Leine und mussten uns runter in den Strömungsschatten des Bugs ziehen. Am Grund war es nicht so schlimm mit der Strömung, aber machte die Vermessung auch nicht gerade zum Vergnügen. Wurde da gerne nochmal hinfahren um einen besseren Einblick zu gewinnen. Allerdings wird das wohl nichts mehr .. der Verein Archaeomare bekommt keine Erlaubnis von der Denkmalschutzbehörde, einfach weil die Angst haben es werden Proben zwecks genauerer Bestimmung entnommen. Schade, so ist es immer noch nicht 100%ig. Es gibt ja noch andere Wracks....
peter
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Seacam
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von Seacam »

Vielen Dank für den schönen Bericht. Hört sich nach einem lohnenden Fotomotiv an.
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joern_k
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von joern_k »

Seacam hat geschrieben:Vielen Dank für den schönen Bericht. Hört sich nach einem lohnenden Fotomotiv an.
Zumindest die Sicht war ganz gut und auf dem hellen Sandgrund sah das schon ganz gut aus. Wenn dann noch die Sonne geschienen hätte...

Gruß
Jörn
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P.J.
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von P.J. »

klingt spannend & könnte interessant sein - wäre vielleicht etwas für kommendes Jahr und 12SM kann man gut fahren
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Schriftbarsch
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Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von Schriftbarsch »

Hi zusammen,

schöner Bericht Rocco. Und sehr ausführlich. Vielen Dank.

Ich war letztes Jahr auch am „Großfürsten” und kann die Eindrücke bestätigen. Trotzdem sollten wir hier keine Gerüchte schüren. An dieser Stelle @ Peter:

„der Verein Archaeomare bekommt keine Erlaubnis von der Denkmalschutzbehörde, einfach weil die Angst haben es werden Proben zwecks genauerer Bestimmung entnommen. Schade, so ist es immer noch nicht 100%ig.”

Das ist recht spekulativ. Warum sollte die Denkmalschutzbehörde Angst vor einer Identifizierung haben? Tatsache ist, es wurden Proben genommen und auch untersucht. Wie die datiert haben, ist veröffentlicht. Abgesehen davon soll noch einiges mehr gegen die Identität „Großfürst Constantin II" sprechen.

Viele Grüße, Elmar
„Ein Wrack ist Poesie an sich, Poesie des Untergangs.”

(Siegfried Lenz)
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upev

Re: Wrack des "Großfürst Konstantin" Rügen/Hiddensee

Beitrag von upev »

Schriftbarsch hat geschrieben: An dieser Stelle @ Peter:

„der Verein Archaeomare bekommt keine Erlaubnis von der Denkmalschutzbehörde, einfach weil die Angst haben es werden Proben zwecks genauerer Bestimmung entnommen. Schade, so ist es immer noch nicht 100%ig.”

Das ist recht spekulativ. Warum sollte die Denkmalschutzbehörde Angst vor einer Identifizierung haben? Tatsache ist, es wurden Proben genommen und auch untersucht. Wie die datiert haben, ist veröffentlicht. Abgesehen davon soll noch einiges mehr gegen die Identität „Großfürst Constantin II" sprechen.
Ich weiss nicht was da spekulativ ist, wohl krass formuliert meinerseits mit der "Angst" . Fakt ist, wenn man die Berichte verfolgt.. gibt es unterschiedliche Auslegungen/Interpretationen über das Wrack und die Proben. Da ist die Denkmalschutzbehörde am längeren Hebel. Damit ist von mir alles gesagt.
ciao
peter